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Ärger um Hundeplatz: Bezirk Wandsbek will ihn schöner machen

Der Fall

Jeden Tag geht Pensionär Frank Wischer (68) mit seiner elf Jahre alten Schäferhündin Leila auf die Hundewiese zwischen Holstenhofweg und der Elsa-Brandström-Straße in Jenfeld, Bezirk Wandsbek - seit einigen Tagen nicht mehr so gerne. Der Tierliebhaber, der sich im Berufsleben als Beamter mit Schifffahrt befasste, ist sauer. Der Grund: Auf einem Teil des Geländes befindet sich eine Kompostierstelle des Baubetriebshofs Rahlau, der sich um die Hege und Pflege der Grünanlagen kümmert - von dort wurden vor einigen Tagen etliche Lkw-Ladungen ungesiebter Komposterde auf die Hundewiese abgeladen, berichtet Frank Wischer.

Nun ist er in Aufruhr, und andere Hundefreunde sind es auch. "Wir Hundehalter sind entsetzt und traurig, dass uns die Stadt eine kleine ausgewiesene Hundeauslauffläche noch mehr einengt. Können Sie uns bitte helfen?", fragt Wischer den Leserbotschafter.

Die Recherche

Insgesamt gibt es in Hamburg rund 45 000 registrierte Hunde, an mehr als 100 Orten im gesamten Stadtgebiet wurden von den zuständigen Bezirksämtern Hundeauslaufzonen eingerichtet. "Dort dürfen Hunde nach Herzenslust herumtollen. Die Highlights für alle Wasser liebenden Hunde liegen in Bergedorf: Dort gibt es drei Hundebadestellen!", heißt es enthusiastisch auf der Behörden-Webseite.

Nachfrage beim Bezirksamt Wandsbek im konkreten Ärger-Fall. Richtig ist tatsächlich: Es wurden vor wenigen Tagen die Erdhaufen auf die besagte Hundewiese abgeladen. Schätzungsweise 20 Lkw-Ladungen zählte Frank Wischer. Die Hundeauslauffläche ist 200 bis 300 Meter lang, 60 Meter breit. Die Länge der Erdhaufen auf dem Hundeplatz: rund 80 Meter. "Zwar ist dadurch die Hundewiese derzeit eingeengt, aber nur, weil sie umgebaut wird", sagt Christiane Kuhrt, Sprecherin des Bezirks Wandsbek.

Der Leserbotschafter hakt nach, der Hintergrund ist komplex: Weil Bürger illegal immer wieder auf der Kompostierstelle ihre Grün- und andere Abfälle ablagern, aber oft genau über die Hundewiese dorthin fahren, soll diese Fläche nun verändert werden - mit mehr Hügeln als Hindernisse. "Das war nötig, damit die Autos und andere Fahrzeuge dort künftig nicht mehr fahren können." Die Sprecherin betont aber: "Die vorhandene Anlage soll nicht verkleinert werden, sie wird nur verstärkt und ist dann wieder voll nutzbar."

Das Ergebnis

Die hässlichen Erdhaufen werden jetzt nach und nach so planiert, dass sie steil genug sind, um das Befahren mit Fahrzeugen zu verhindern, aber als Teil der Hundeauslauffläche begehbar bleiben. Christiane Kuhrt vom Bezirk Wandsbek: "Leider konnten die Arbeiten noch nicht abgeschlossen werden, weil die anhaltenden Regenfälle in den vergangenen Wochen dies verhindert haben. Die Aktion wurde abgebrochen, wird aber so bald wie möglich fortgesetzt und beendet."

Wie schnell, das hängt jetzt auch vom Winterwetter ab. "Spätestens im Frühjahr wird auf dem Areal angesät und teilweise gepflanzt", verspricht Christiane Kuhrt. Hundefreund Frank Wischer ist skeptisch, sagt aber: "Das wäre schön, für Leila und für alle Hunde in dieser Gegend." Der Leserbotschafter wird den Fall im Auge behalten, versprochen.

So erreichen Sie den Leser-Botschafter: Schicken Sie bitte Ihre Alltagsärger-Fälle, kurz skizziert, mit Ihrer Telefonnummer per E-Mail an: Leserbotschafter@Abendblatt.de oder an: Leser-Botschafter Ralf Nehmzow, Chefredaktion Hamburger Abendblatt, Axel-Springer-Platz 1, 20350 Hamburg.