ESC

So lief der Eurovision Song Contest aus der Elbphilharmonie

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Barbara Schöneberger hat die ARD-Show "Eurovision Song Contest 2020 – das deutsche Finale", die live aus der Elbphilharmonie übertragen wurde, moderiert. Nach der coronavirusbedingten Absage des Eurovision Song Contest (ESC) gibt es am 16.05.2020 im deutschen Fernsehen gleich mehrere Ersatz-Musikshows.

Barbara Schöneberger hat die ARD-Show "Eurovision Song Contest 2020 – das deutsche Finale", die live aus der Elbphilharmonie übertragen wurde, moderiert. Nach der coronavirusbedingten Absage des Eurovision Song Contest (ESC) gibt es am 16.05.2020 im deutschen Fernsehen gleich mehrere Ersatz-Musikshows.

Foto: Uwe Ernst/NDR/dpa

Barbara Schöneberger und Peter Urban präsentierten den "Sieger der Herzen". Helge Schneider bei Raabs ESC-Ersatzshow.

Hamburg. Das war mal ein historischer Eurovision Song Contest: Litauen hat mit dem minimalistischen Elektropopsong „On fire“ der Band The Roop das deutsche Finale des ESC 2020 gewonnen. Die Moderatorin Barbara Schöneberger gab am Sonnabendabend Deutschlands sogenannten "Sieger der Herzen" bekannt. Nachdem das große ESC-Finale in Rotterdam coronabedingt abgesagt worden war, hatte sich die ARD einen Ersatzwettbewerb überlegt und vor leeren Rängen in der Hamburger Elbphilharmonie veranstaltet.

Statt sonst 26 traten dabei aber nur zehn Teilnehmerländer an, die aus den insgesamt 40 ausländischen Beiträgen in einem Halbfinale ausgewählt worden waren. Der nominierte Interpret für Deutschland, Ben Dolic (23), sang sein Lied „Violent Thing“ außer Konkurrenz.

Mit vier Tänzern im Hintergrund und vor einer großen Leinwand sang der 23-Jährige seinen Song. „War sehr gut“, sagte Dolic nach seinem kurzen Auftritt. Die unerwartet freie Zeit habe er genutzt, um daheim an neuer Musik zu arbeiten.

Quoten der ESC-Ersatzshows: ARD siegt knapp vor Prosieben

Der ursprünglich für Rotterdam vorgesehene ESC hatte eine Konkurrenzveranstaltung mit dem ESC-Rebellen (und Gewinner) Stefan Raab bei ProSieben. Gleichzeitig gab es eine Sendung aus den Niederlanden.

Traditionell ist das Finale des Eurovision Song Contest die erfolgreichste TV-Unterhaltungsshow des Jahres. Vergangenes Jahr sahen siebeneinhalb Millionen im Ersten zu. Dieses Mal verteilten sich die Millionen auf ARD (3,1 Millionen) und ProSieben (2,6 Millionen); Sieger im Quotenrennen der Primetime wurde sogar der ZDF-Krimi „Herr und Frau Bulle – Abfall“ mit 5,5 Millionen.

ESC 2020: Das war der Ablauf

  • 19.45 Uhr: Zusammenfassung der Highlights mit Lena Meyer-Landrut
  • 20.15 Uhr bis 21.55 Uhr: Barbara Schöneberger präsentiert das deutsche Finale aus der Elbphilharmonie
  • 20.15 Uhr bis 24 Uhr „Free European Song Contest“ bei ProSieben mit Conchita Wurst und Steven Gätjen
  • 21.55 Uhr bis 23.55 Uhr: Der ESC-Abend der ARD geht auf eurovision.de weiter mit „Europe Shine A Light“

Alle Infos dazu finden Sie auch hier.

ESC aus Hamburg und Hilversum

Danach zeigte die ARD die internationale Ersatzshow „Europe Shine a Light“ des niederländischen Fernsehens, bei der es aber kein Voting gab. Die Show kam nicht aus aus einer großen Halle in Rotterdam, sondern aus einem TV-Studio in der Medienstadt Hilversum bei Amsterdam.

ESC: "Ein bisschen Frieden"

Die TV-Show sollte Europa in der Corona-Krise verbinden. Und so wurde die Sendung sinngerecht mit Johnny Logans Siegerhit von 1980 „What's another year“ eröffnet. Was ist schon ein weiteres Jahr des Wartens? 2021 soll der Eurovision Song Contest nun definitiv in Rotterdam stattfinden.

Am Ende der zweistündigen Show, die von Sendern in 45 Ländern übernommen wurde, sangen die für den ESC 2020 nominierten Stars gemeinsam – wenngleich coronabedingt von ihren jeweiligen Wohnungen aus - „Love Shine a Light“, den ESC-Siegertitel von Katrina and the Waves aus dem Jahr 1997.

Willem-Alexander und Máxima mit Botschaften

Zu den prominenteste Zuschauern gehörten die niederländischen Royals. „Europe, shine a light and keep the music alive!“, twitterten König Willem-Alexander, seine Frau Königin Máxima und deren drei Töchter. Europa mache eine schwere Zeit durch, schrieb Máxima im Namen der Familie. Die Menschen sollten besonders jetzt füreinander da sein. Dazu stellte die Königin ein aktuelles Familienfoto, auf dem sie mit den Händen ein Herz bildet.

Eines der Highlights der Show war eine Reminiszenz an Nicoles Siegerhit von 1982. Gemeinsam mit dem deutschen Singer-Songwriter Michael Schulte („You let me walk alone“) sang die Niederländerin Ilse DeLange „Ein bisschen Frieden“.

Stefan Raab mit Sarah Lombardi, Vanessa Mai, Steven Gätjen und Conchita Wurst

Bei ProSieben hatte währenddessen Altmeister Stefan Raab einen neuen Songwettbewerb ins Leben gerufen, den „Free European Song Contest“ mit 15 eigenen Ländervertretern, darunter Sarah Lombardi, Mike Singer und Vanessa Mai. Die Moderation der auf etwa vier Stunden angelegten Show ab 20.15 Uhr übernahmen der Hamburger Steven Gätjen und die ESC-2014-Gewinnerin Conchita Wurst.

Kurioserweise war auch ein Teilnehmer für das sogenannte Gastland „Der Mond“ angetreten. Es handelte sich um einen Astronauten – erkennbar als jener Astronaut, der die erste Staffel der ProSieben-Show „The Masked Singer“ gewonnen hatte. Unter der Maske steckte damals Sänger Max Mutzke (38). Ob das beim „#FreeESC“ auch so war, blieb zunächst unklar.

Helge Schneider bei Stefan Raabs ESC

Erklärt wurde die Aktion damit, dass auch beim echten Eurovision Song Contest Länder teilnehmen, die nicht in Europa liegen, etwa Australien. „Auch wir beim FreeESC haben ein Gastland, einen Teilnehmer aus einer Gegend, die nicht zu Europa gehört“, erklärte Moderatorin Conchita Wurst.

Und dann kam Helge Schneider (64, „Katzeklo“). Der Komiker und technisch hervorragende Musiker ist für Deutschland in Raabs Show aufgetreten. Schneider sang als letzter Kandidat des Abends ein Lied, das ganz offensichtlich der Corona-Pandemie gewidmet war. Es ging um das Zuhausebleiben. Schneider (aus Mülheim an der Ruhr) sang darin: „Ich spiele mit mir selber Schach und gewinne immer, ich habe auch meine Haare blondiert und bleib' in meinem Zimmer.“

( HA/dpa )

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