"Ich bin ein Star"

Dschungelcamp startet mit neuen Regeln, Zickereien und Urin

Ekelprüfung und Teamtrennung zum Auftakt: Das Dschungelcamp startet mit starker Quote, und die Zuschauer kommen auf ihre Kosten.

Hamburg/Coolangatta.  Tag eins im Dschungelcamp geht ja schon mal vielversprechend los: Ex-Fußballer Thorsten Legat (47) beißt sich am Ochsenpenis ein Stück Zahn aus. Sänger Gunter Gabriel (73) pinkelt ins Meer und in den Camptümpel. Und Schauspieler Rolf Zacher (74) kommandiert im Nuschelton herum - muss aber die Hälfte der Zeit betreut durch den Dschungel geschoben werden. Dazu gibt es den ersten Zickenkrieg zwischen Helena Fürst und Nathalie Volk.

Die zehnte Staffel der Urwaldshow "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" war am Freitagabend mit 7,68 Millionen Zuschauern (28,0 Prozent Marktanteil) sehr erfolgreich gestartet. Erstmals schickte der Kölner Privatsender zwölf Teilnehmer in den Dschungel und splittete die Gruppe ebenfalls zum ersten Mal auf. Das Team „Base Camp“ um Schauspielerin Brigitte Nielsen (52) lebt im altbekannten Lager, das Team „Snake Rock“ um Schauspieler Rolf Zacher (74) in einem neuen Camp. Bei Dschungelprüfungen sollen die Kandidaten nun entsprechend gegeneinander antreten und um Essensrationen kämpfen.

Die neue Aufteilung der Dschungelcamp-Promis in zwei Gruppen ist allerdings nur von kurzer Dauer. Bis spätestens Ende nächster Woche sollen die Camper zusammengeführt werden, wie ein RTL-Sprecher am Sonnabend mitteilte. Über den genauen Zeitpunkt werde situationsabhängig entschieden. In der zweiten Woche leben dann alle Kandidaten der Jubiläumsstaffel in einem Pritschenlager. „Auch die Teams und Duelle werden aufgehoben“, so der Sprecher weiter.

Der Liveticker zur ersten Dschungelcamp-Folge zum Nachlesen:

Einige Überlegungen zur Wirkung des Camps von Thomas Andre

Prominente, von denen man noch nie gehört hat. Gehässige Moderatoren, die in der Sache völlig recht haben, wenn sie sich über die Wichtigtuerei, den Narzissmus, die Dummschwätzerei und die Sozialphobien jener Möchtegerns lustig machen. Die unkomfortable Unterbringung dieser Chaos-Kombattanten. In Australien. Auf dem Gelände einer Farm. Grün hier.

Übungen und Aufgaben, die so zivilisationsfern wie möglich sind: Nur wer geschickt ist und schnell, besteht die sportiven. Nur wer einen Gaumen aus Stahl hat, besteht die ekelhaften. Wer etwas Richtiges essen will, muss erst das Falsche runterwürgen. Wir reden hier vom „Dschungelcamp“, das seit 2004 die Lieblingssendung aller verqueren Humanisten ist, denn man muss die Menschen sehr lieben, wenn man sie auch nach „Ich bin ein Star – holt mich hier raus!“, wie der moderne TV-Klassiker offiziell heißt, für eine ernstzunehmende Gattung hält.

Was genau ist noch mal der Grund, neben der bösen Komik Sonja Zietlows, Daniel Hartwichs und ihrer Texter, weshalb wir die Personality-Show schätzen? Die oft als soziales Experiment beschrieben worden ist, aber eigentlich vor allem eine fiese Entblößung publicitysüchtiger Verlierer ist?