Schlager-Star

Ärger um Helene Fischer und Fotos von Konzerten

Helene Fischer live

Helene Fischer live

Foto: Daniel Reinhardt

Journalistenverband spricht von "Eingriff in die Pressefreiheit": Müssen Fotografen bei Helene Fischer Knebelverträge unterschreiben?

Berlin/Hamburg. Helene Fischer hat ihre Tournee gerade mit einem Konzert im ISS-Dome in Düsseldorf begonnen und kommt am nächsten Donnerstag und Freitag ins Volksparkstadion nach Hamburg. Doch im Hintergrund gibt es mal wieder Streit um das Fotografieren für Agenturen, Onlinemedien und Zeitungen bei Livekonzerten. Wie zuletzt bei Lady Gaga soll es erhebliche Einschränkungen geben. So hat nun der Deutsche Journalistenverband (DJV) die Bedingungen, zu denen Fotojournalisten Bilder bei den aktuellen Konzerten von Helene Fischer anfertigen dürfen, als „inakzeptablen Eingriff in die Pressefreiheit“ kritisiert.

Der Bundesvorsitzende Michael Konken führte weiter aus, es stehe der Konzertagentur Semmel Concerts, die die Tournee organisiert, nicht zu, Bildjournalisten die Medien vorzuschreiben, in denen sie ihre Pressebilder verbreiten dürften.

Laut dem Papier, das dem DJV vorliegt, ist die Weitergabe an andere Medien als dem bei der Akkreditierung angegebenen nur mit „vorheriger schriftlicher Genehmigung“ gestattet. Darüber hinaus dürften nur regionale Medien berücksichtigt werden. Bei den Bedingungen handele es sich um einen Knebelvertrag, der die Rechte der Bildjournalisten massiv beschneide. Sollte der Konzertveranstalter nicht einlenken, rät Konken den Fotografen, auf Berichterstattung über die Konzerte zu verzichten.

Das hat es bereits mehrfach gegeben. Auch die Deutsche Presse-Agentur dpa verzichtete bereits auf Berichterstattung, wenn ihre Fotografen Knebelverträge unterzeichnen sollten. Zum Auftakt der Tournee in Rostock soll es Bilder geben, von welchen professionellen Fotografen es in Hamburg Fotos gibt, ist noch ungewiss.

Die Helene-Fischer-Show bezieht in diesem Jahr die Fans mit ein. In dem Stehbereich unmittelbar am Bühnenrand wird um weiße Kleidung gebeten. Mit einer App – vorher bei Helene Fischer im Internet herunterzuladen – wird man Teil der Lichtshow. Im Internet kursieren auch Bilder und Videos ihrer aktuellen Show – illegal mitgeschnitten von Besuchern. (josi/ryb)