Keine Gegenleistung?

Bericht: ARD soll Millionen für Gottschalk erklären

Der TV-Entertainer Thomas Gottschalk liest in Hamburg aus seiner Autobiografie „Herbstblond“ vor

Der TV-Entertainer Thomas Gottschalk liest in Hamburg aus seiner Autobiografie „Herbstblond“ vor

Foto: Georg Wendt / dpa

Nachdem „Gottschalk Live“ schon im Juni 2012 eingestellt worden sei, habe der Moderator zusätzlich mehr als 2,2 Millionen Euro erhalten.

Die ARD soll sich laut einem Bericht der „Bild“-Zeitung wegen Millionenzahlungen an Moderator Thomas Gottschalk erklären. Wie die Zeitung in ihrer Sonnabendausgabe berichtet, fordert die Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm (AG DOK) vom WDR-Intendanten Tom Buhrow Informationen darüber, warum Gottschalk nach seiner 2012 vorzeitig eingestellten Sendung „Gottschalk Live“ im ARD-Vorabendprogramm noch rund 2,7 Millionen Euro erhielt, ohne dafür eine Gegenleistung zu erbringen

Die AG DOK ist nach eigenen Angaben der größte unabhängige Filmverband in Deutschland. In ihrem Schreiben vom 18. Mai an die WDR-Intendanz, das der „Bild“-Zeitung vorliegt, lege die Arbeitsgemeinschaft dar, dass die WDR Mediagroup, eine Tochtergesellschaft des WDR, im Mai 2011 ein Abkommen mit der Produktionsfirma Grundy LE über ein Moderationshonorar von 4,6 Millionen Euro für Gottschalk abgeschlossen habe. Nachdem „Gottschalk Live“ schon im Juni 2012 nach 70 Sendungen eingestellt worden sei, habe der Moderator zusätzlich zu einem bereits gezahlten Honorar von mehr als 2,3 Millionen Euro die restlichen mehr als 2,2 Millionen Euro erhalten. Thomas Frickel, Vorsitzender der AG DOK, frage in seinem Schreiben: „Gab es Gründe dafür, eine nicht erbrachte Leistung so fürstlich zu entlohnen?“ Eine WDR-Sprecherin sagte der Zeitung, dass man die Fakten prüfen wolle.

Laut „Bild“-Zeitung sah der Vertrag vor, dass Gottschalk die Summe auch bei einer vorzeitigen Kündigung ausgezahlt werden muss. Nach Informationen der Zeitung erhielt Gottschalk weitere 400.000 Euro für zwei Shows im Hauptabendprogramm, die nie produziert oder gesendet wurden. „Bild“ zitiert den Moderator mit den Worten: „Weder bei mir noch bei der Produktionsfirma hat die ARD irgendwelche Moderationen eingefordert.“