"Hart aber fair"

"Bullshit": Impfgegner bringen von Hirschhausen auf Zinne

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Eckhardt von Hirschhausen in der ARD-Sendung "Hart aber fair"

Eckhardt von Hirschhausen in der ARD-Sendung "Hart aber fair"

Foto: Screenshot: ARD

Schulmediziner Eckart von Hirschhausen redete sich beim Thema Impfschutz derart in Rage, dass Moderator Frank Plasberg bremsen musste.

Hamburg. Normalerweise steht er für Humor in der Medizin, doch beim Thema Impfverweigerung vergeht Dr. Eckart von Hirschhausen das Lachen. Das stellte der ehemalige Klinik-Clown in der ARD-Sendung "Hart aber fair" am Montag (3,15 Millionen Zuschauer/10,2 Prozent Marktanteil) eindrucksvoll unter Beweis.

Unter der Fragestellung "Von Impfgegnern bis zu Geistheilern - alles nur Aberglaube?" hatte Moderator Frank Plasberg neben von Hirschhausen die Impfbefürworter Dr. Wolfram Hartmann und Meteorologin Claudia Kleinert sowie die homöopathischen Antagonisten Cornelia Bajic und Elisabeth von Wedel geladen.

Und vor allem letztere brachte von Hirschhausen dabei regelrecht auf die Palme. Immer wieder fiel der Arzt und TV-Mann von Wedel ins Wort, kanzelte die Meinung der Heilpraktikerin ab und nahm dabei auch mehrfach das Wort "Bullshit" in den Mund.

Immer wieder redete sich von Hirschhausen in Rage. "Wir müssen uns auch um die Kinder kümmern, die sich nicht schützen können", hielt er den Impfgegnern vor - und legte mit Blick auf seinen Wohnort und den jüngsten Berliner Masern-Todesfall nach: "Es ist ein Skandal in meinen Augen, dass man am Prenzlauer Berg nicht mehr mit seinem Säugling in ein Café gehen kann, weil man Angst haben muss, dass er sich mit etwas ansteckt, was 2015 in Europa längst von dieser Erdfläche weg sein müsste."

Plasberg muss von Hirschhausen bremsen

Als Plasberg die Argumente der Impfgegner aufgreifen wollte, fiel von Hirschhausen sogar dem Moderator ins Wort: "Das ist eine Verschwörungstheorie, der ich hier in dieser öffentlich-rechtlichen Sendung garantiert nicht so viel Forum bieten möchte. Die Leute da draußen sind verwirrt. Und es sterben Menschen an Masern, die verhinderbar sind."

Das wurde selbst Mediator Plasberg, der zuvor durchblicken ließ, selbst zu den Impfbefürwortern zu gehören, zu viel. "Herr von Hirschhausen, können wir uns darauf einigen, dass wir es unseren mündigen Zuschauern überlassen, ihre Entscheidung zu treffen", sagte der ARD-Talker.

Ob sich die Beobachter des "Hart aber fair"-Streitgesprächs nach dieser erneuten Schlacht zwischen Schulmedizin und Homöopathie schlauer sind als zuvor, darf jedoch bezweifelt werden. Fest steht: Nach dem Ende seiner Tätigkeit als Moderator der NDR-Talkshow "Tietjen und Hirschhausen" hat es von Hirschhausen an diesem Montagabend genossen, endlich einmal jegliche Neutralität ruhen zu lassen. (jd)