„Promi Big Brother“

Auf Rat ihres Therapeuten zieht Jenny Elvers in den TV-Knast

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„Big Brother“-Moderator Oliver Pocher bestätigte die Teilnahme der Schauspielerin am neuen Sat.1-Format. Heute startet die Show mit einer Live-Sendung - dann wird das Geheimnis um Elvers’ Konkurrenten gelüftet.

Berlin. Schauspielerin Jenny Elvers-Elbertzhagen nimmt an der Sat.1-Show „Promi Big Brother“ teil. „Ja...Jenny Elvers zieht bei uns ein!!!“, schrieb Moderator Oliver Pocher in der Nacht zum Freitag beim Kurznachrichtendienst Twitter.

Die „Bild“-Zeitung hatte zuvor über den Einzug der 41-Jährigen in den TV-Container berichtet. Über eine Teilnahme der Schauspielerin wurde seit längerem spekuliert. Zuletzt stand sie wegen Alkoholproblemen in den Schlagzeilen. „Promi Big Brother“ startet am heutigen Freitagabend.

Der „Bild“-Zeitung bestätigte Elvers-Elbertzhagen die Teilnahme. „Ich habe mir das reiflich überlegt“, sagte die Mutter eines Sohnes dem Blatt. Durch die Show könne sie jedem beweisen, dass sie gesund sei. „Mein Therapeut hat mir sogar dazu geraten“, wird die Schauspielerin zitiert.

Bei „Big Brother“ könnte Elvers-Elbertzhagen unter anderem auf David Haseloff treffen. Der 61 Jahre alte US-Star scheint ebenso heißer Anwärter auf einen Platz in der Sat.1-Show zu sein, die am heutigen Freitag startet.

Eine Sat.1-Sprecherin sagte lediglich, man beteilige sich nicht an Spekulationen. Wer in das „Big Brother“-Haus in Berlin-Adlershof zieht, sei erst ab 20.15 Uhr am Freitag zu sehen.

Hasselhoff, bekannt aus US-Serien wie „Knight Rider“ und „Baywatch“, hat eine besondere Beziehung zu Berlin: 1989 sang er an der Mauer seinen Hit „I've been looking for freedom“.

Der Schauspieler und Sänger trifft Gerüchten zufolge in dem TV-Knast auf Schauspieler Martin Semmelrogge (57), Moderatorin Marijke Amado (59) und der früheren „No Angels“-Sängerin Lucy Diakovska (37).

Sicher ist indes die Teilnahme des kleinen Schoßhundes „Hurra“. Laut Sat.1 gehört das Maskottchen der Rasse der Havaneser an. Auch das Moderatoren-Duo ist fix: Neben Pocher (35) wird Ex-“Wetten, dass..?“-Assistenin Cindy aus Marzahn (41) über die Kandidaten lästern.

Als oberste Devise gibt Cindy aus: „Die Bewohner sollten uns und vor allen Dingen den Zuschauern nicht auf den Sack gehen.“ Dass die Promi-Version ein Erfolg wird, davon ist die Komikerin überzeugt: „Jetzt kommt das i-Tüpfelchen auf die ganzen Sachen, die vorher gelaufen sind.“

Anleihen vom Dschungelcamp

„Promi Big Brother“ beginnt an diesem Freitag mit einer Liveshow. Beworben wird das Spektakel mit einer Plakataktion, die mit dem Slogan „Ich bin ein Star - Lasst mich hier rein!“ nach einer kleinen Provokation wirkt.

Ganz klar: Der Münchner Privatsender hat sich eine kleine Leihgabe vom Konkurrenten RTL gegönnt, dessen äußerst populäre Dschungelshow mit dem Slogan „Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!“ übertitelt ist. Und dies ist nicht die einzige Ähnlichkeit beider Formate.

Zehn Prominente oder solche, die sich gern dafür halten lassen, werden bis zu 15 Tage lang in einem Gebäude in Berlin-Adlershof zubringen, das rund um die Uhr von 70 Kameras überwacht wird. Nur das stille Örtchen ist tabu.

Auch im RTL-Dschungel werden die Kandidaten dauergefilmt. Der Außenkontakt ist untersagt. Über einen „Sharespot“ sollen die Kandidaten einmal täglich Botschaften in soziale Netzwerke eingeben dürfen.

Die Produktionsfirma Endemol hat 150 Leute im Einsatz. Sat.1 hat das RTL-Sendeschema übernommen: Liveshows am Anfang und am Ende, jeden Tag ab 22.15 Uhr Übertragungen vom Ort des Geschehens.

Die Wichtigkeit einer Fußball-WM

Alles geklaut von RTL? „Events werden immer im Block programmiert – und da gibt es dann wenig Alternativen“, sagt Sat.1-Geschäftsführer Nicolas Paalzow. „Auch bei einer Fußball-Weltmeisterschaft gibt es fest Anstoß- und Sendezeiten. „Promi Big Brother“ hat für uns die Wichtigkeit einer Fußball-Weltmeisterschaft.“

Die Formatidee ist jedoch eine andere als die der Dschungelshow: Ihr liegt die TV-Show „Big Brother“ zugrunde, die in elf Staffeln bei RTL II seit dem Jahr 2000 mit ganz normalen Menschen, die höchstens gelegentlich von Promis wie FDP-Politiker Guido Westerwelle im Jahr 2000 oder den Jakobs Sisters 2004 in ihrer alltäglichen Ödnis aufgeschreckt wurden, zu sehen war.

Bei RTL II war im Jahr 2011 jedoch Schluss mit der Dauerberieselung. Zu gering war das Interesse geworden, zu aufwendig blieb die Show. Letztlich setzte sich auf dem Sendeplatz das Laienschauspieler-Format „Berlin Tag & Nacht“ durch – von „Big Brother“ spricht niemand mehr bei RTL II.

Der neue Geist von Sat.1

Was für eine Rolle spielt jetzt die Show im Gesamtkonzept von Sat.1? Dem Sender wird seit Jahren vorgeworfen, er entwickle keine klare Linie. Viele Programmideen sind kläglich gescheitert, unter anderem viele Serien.

Geschäftsführer Paalzow ist vor knapp einem Jahr angetreten, um dem Kanal neuen Geist einzuhauchen. Jetzt machen sich seine Ideen bemerkbar. Die Zeichen stehen gut, dem privaten Marktführer RTL ein Schnippchen zu schlagen, denn RTL befindet sich derzeit auf einer Dauer-Durststrecke mit rückläufigen Marktanteilen.

„Wir haben mit unseren großartigen Shows „The Voice Kids“ und „Got to Dance“ dieses Jahr bewiesen, dass wir gute, moderne Unterhaltung machen und die Zeiten der uneingeschränkten Vormachtstellung der Kollegen aus Köln vorbei sind“, sagt Geschäftsführer Paalzow optimistisch. „Mit „Promi Big Brother“ will Sat.1 im Herbst diese Erfolgsgeschichte fortschreiben.“

( (HA/dpa) )