Elbphilharmonie

Reeperbahn-Hit, Reformationschoral und großer Jubel

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Elisabeth Richter
Tenor Daniel Behle und die Symphoniker Hamburg beim Konzert für Leser des Hamburger Abendblatts in der Elbphilharmonie.

Tenor Daniel Behle und die Symphoniker Hamburg beim Konzert für Leser des Hamburger Abendblatts in der Elbphilharmonie.

Foto: Thorsten Ahlf / Funke Foto Services

„Hommage an Hamburg“: Die Gala mit den Symphonikern Hamburg in der Elbphilharmonie war vor allem vielseitig.

Hamburg. Dass bei einer musikalischen „Hommage an Hamburg“ bestimmte „Hamburger Jungs“ nicht fehlen dürfen, ist wohl klar! Den Auftakt machte beim Abendblatt-Galakonzert in der Elbphilharmonie mit den Symphonikern unter Jens Georg Bachmann das legendäre Hans Albers-Lied „Auf der Reeperbahn nachts um halb eins“. Albers hat es gesungen, komponiert wurde es schon 1912 von dem Regisseur und Schauspieler Ralph Arthur Roberts.

Jetzt sang es im Großen Saal der Elbphilharmonie der Hamburger Tenor Daniel Behle. Der klassische, international renommierte Sänger ist ein Star. Er tritt in Salzburg oder Bayreuth auf. Schon lange hegt Behle eine Leidenschaft für die leichte Muse, er hat ein ganzes CD-Album mit Hamburg-Liedern („Mein Hamburg“ bei Berlin Classics) aufgenommen.

Tenor Daniel Behle interpretiert Reeperbahn-Hit neu

Und weil er auch komponiert, hat er hier auch gleich die Orchester-Arrangements besorgt, für das Reeperbahn-Lied und für „Schlicht an der Waterkant“ – selbst gedichtet auf eine Melodie aus einer Offenbach-Operette. Das klang trotzdem ziemlich nach Oper – Albers-Fans, aber nicht nur die, hätten sich wohl etwas mehr den hanseatischen Charme ihres Idols gewünscht.

Die Symphoniker Hamburg hätte Dirigent Jens Georg Bachmann hier zu etwas mehr dynamischer Zurückhaltung anhalten sollen, nicht immer konnte man Daniel Behle gut hören. Das war aber viel besser bei den beiden klassischen Arien von Mozart und Wagner.

"Hamburger Jungs" spielen in der Elbphilharmonie

Der nächste Hamburger Jung war Pianist Alexander Krichel mit Chopins f-Moll Klavierkonzert, spritzig und virtuos mit perlenden Läufen, manchmal hätte man sich mehr Leichtigkeit und Eleganz vorstellen können.

Nach der Pause dann noch ein Hamburger Komponist: Felix Mendelssohn und seine Reformationssinfonie. Hier überzeugte Dirigent Jens Georg Bachmann mit einer sehr schlüssigen Interpretation. Die warm, homogen und kräftig klingenden Symphoniker Hamburg spielten feurig im ersten, tänzelnd volkstümlich im zweiten, melodisch intensiv im dritten und mächtig, aber balanciert im vierten Satz mit dem Reformationschoral „Ein feste Burg ist unser Gott“. Das hatte Zug, das begeisterte! Großer Jubel.

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