Hamburg. Stehende Ovationen für den Grandseigneur am Dirigentenpult. Wer das verpasste, kann es nachholen – im Saal und im Livestream.

Man könnte das, was sich da am Freitag im Großen Saal Bahn brach, sicher auch mit Routine erklären. Christoph von Dohnányi ist 90, einer der ganz Großen, mit einem Repertoire, das für drei Karrieren Jüngerer reicht. Jedes Orchester, das er in dieser Phase seiner Karriere mit einer Nachhilfe-Runde in Sachen Durchdringung und Intensität beehrt, benimmt sich nicht nur ordentlich. Es entrückt sich selbst in einen Verehrungsmodus, der Dinge möglich macht, die im Saison-Alltag nur teilweise präsent sind.