Das Alte Werk

Der Mann als Mezzosopran

Max Emanuel Cencic bewegt sich auf den Sänger-Ranglisten der Klassik ganz oben.

Ob er nun der erst-, zweit- oder drittbeste Countertenor der Welt ist, das ist ja beinahe egal. Tatsache ist, dass sich der in Zagreb geborene Max Emanuel Cencic nicht nur in der Tonlage, sondern auch auf den Sänger-Ranglisten der Klassik ganz oben bewegt.

Mit sechs Jahren begann seine Karriere als Knabensopran, als er vor laufenden Fernsehkameras die Rachearie von Mozarts Königin der Nacht schmetterte. Nach seinem Stimmbruch umwehte ihn ein Hauch Kuriosität, weil er aufgrund seiner Gesangstechnik die Sopranlage hatte beibehalten können. Hunderte Auftritte absolvierte er in diesen Jahren, bis er einen radikalen Schnitt machte und dem Gesang den Rücken kehrte. Nicht auf Dauer, zum Glück, wie wir wissen.

Umjubelte Auftritte auf den großen Opern- und Konzertbühnen der Welt, preisgekrönte Aufnahmen und atemloses Kritikerlob zeugen von seiner betörend geschmeidigen Stimme - heute in Mezzosopranlage - und von einer musikalischen Reife, der die Auszeit nur gutgetan haben kann.

Zur NDR-Reihe "Das Alte Werk" kommt der Vielgefragte mit einem handverlesenen, gewissermaßen paneuropäischen Programm italienischer Kammermusik. Weil Musiker schon damals ein reisendes Volk waren, sind die Werke nämlich auch im habsburgischen Wien und für den spanischen Hof entstanden.

Mit von der Partie ist auch die gefeierte Blockflötistin Dorothee Oberlinger, deren sublime Virtuosität und musikalische Frische großen Anteil an dem Imagewandel der einst so genüsslich verhöhnten Blockflöte haben.

NDR Das Alte Werk: Abo-Konzert 1 30.9., 20 Uhr, Laeiszhalle.