Acht Antworten von Skadi Loist

"Sich nicht verbiegen lassen"

Die Hamburger Medienwissenschaftlerin Skadi Loist (31) betreut seit 2003 das Archiv der Lesbisch Schwulen Filmtage und hat gemeinsam mit Dorothée Diepenbroick das LSF-Jubiläumsbuch "Bildschön" (Männerschwarm Verlag, 368 S., 24 Euro) herausgebracht.

Dein heißer Tipp aus dem diesjährigen LSF-Programm?

Ich freue mich sehr auf "Vera", ein brasilianischer Klassiker über eine Transgender-Person. Und sehr tolle Dokus: "Fig Trees" - Aids-Aktivismus meets Oper, "Ein Traum in Erdbeerfolie" transportiert das Gefühl des 1980er DDR-Underground, "Verliebt Verzopft Verwegen" - Lesbengeschichte im Wien der Nachkriegszeit.

Deine persönlichen Höhepunkte der LSF-Geschichte?

Die Höhepunkte sind neben den Filmen für mich die Gäste des Festivals. Der Besuch von John Greyson 2007 war ein tolles Erlebnis. 2008 hat Transgender-Filmemacherin Gwen Haworth mein Herz erobert. Der Kontakt mit Autorinnen und Autoren wie Monika Treut, Barbara Hammer, John Greyson für das Buchprojekt zum Festivaljubiläum ist mein derzeitiger Höhepunkt.

Experimentalfilm oder romantische Komödie?

Experimentalfilm! Als Medienwissenschaftlerin interessieren mich eher ungewöhnliche Formate und Inhalte. Da gibt das Queer Cinema ja einiges her. Dieses Jahr besonders aufregend: "Maggots and Men".

Dein momentanes Lieblingsspielzeug?

Seit ein paar Wochen hab ich einen Blackberry. Super für E-Mails von unterwegs.

Hamburgs YesYes?

Der Hafen, das Wasser, das Grün und die verschiedenen Leute - besonders in den Stadtteilen jenseits der Spießbürgerlichkeit und Pfeffersäcke.

Hamburgs NoNo?

Kulturförderung, Hochschulpolitik, Kinosterben.

Du magst Menschen, die ...

... das tun, woran sie glauben, und sich nicht verbiegen lassen. Auch wenn es mal schwierig wird.

Dich nerven Menschen, die ...

... nicht mitdenken und sich für nichts interessieren.

© Hamburger Abendblatt 2017 – Alle Rechte vorbehalten.