Kultur Hamburg

Die Museen der Hansestadt öffnen ihre Türen für die Zukunft

| Lesedauer: 4 Minuten
Der Freiraum im MK&G ist eintrittsfrei und individuell nutzbar.

Der Freiraum im MK&G ist eintrittsfrei und individuell nutzbar.

Foto: MKG

MK&G, MARKK, Museum der Arbeit und Altonaer Museum sind beim Open-Festival ab 25. August mit einem vielfältigen Programm dabei.

Hamburg. Wer eine Ahnung davon bekommen möchte, wie Museen in Zukunft aussehen, wie es sich anfühlen oder anhören könnte, dem sei ein Besuch im Museum für Kunst und Gewerbe (MK&G) empfohlen. Im dortigen Freiraum, der ehemaligen Turnhalle, ist der Zeitgeist eingezogen: Hier treffen sich Kollegen zum gemeinsamen Arbeiten, werkeln Kreative übers Notebook gebeugt an ihren Projekten, zwischendurch wird in den hellen Holzmöbeln bei einem Kaffee entspannt, gelesen oder Musik gehört.

Vorträge, Filmvorführungen und Diskussionen bringen Menschen zusammen. Gemeinsam mit dem Architektur- und Designkollektiv constructlab arbeiten Direktorin Tulga Beyerle und ihr Team kontinuierlich an weiteren Nutzungsmöglichkeit für die Gäste. Ein Ausstellungsrundgang – nicht ausgeschlossen, aber kein Muss; der Freiraum ist, wie das Wort es sagt, eintrittsfrei.

Kultur Hamburg: Museen prägen das Zusammenleben

Museen verstehen sich immer mehr als soziale Orte, die das Zusammenleben mitprägen, an denen Erleben und Austausch gefördert werden. Vom 25. bis 29. August wollen vier Hamburger Museen ihre Per­spektiven und Ideen für eine moderne Stadtgesellschaft präsentieren und laden gemeinsam zu „Open – Festival der offenen Räume“ ein.

Zum Auftakt am Donnerstag gibt es ab 18 Uhr ein Tischgespräch mit den beteiligten Teams an der Aperitivo-Bar von Paula Erstmann im Freiraum. Am darauffolgenden Tag kann man dem Papierrestaurator des MK&G, Max Muncke, über die Schulter gucken und dem Vortrag von Laura Haddad „Muslimische Modebilder im Diskurs. Vom Stigma zum Mainstream?“ lauschen.

Besucher bekommen Vorgeschmack auf Sammlungen

Weiter geht es am Sonnabend in der Säulenhalle des Altonaer Museums mit dem altersübergreifenden Mitmachangebot „Zusammenleben (in Altona)“. Am Nachmittag gibt es mit „Odo und der Beginn einer großen Reise“ eine Lesung für große und kleine Ohren von und mit Dayan Kodua. Der ebenfalls eintrittsfreie, neu gestaltete Eingangsbereich ist wie ein Blick ins Schatzkästchen des Museums: Anhand signifikanter Exponate wie etwa eines Bauernhausmodells, eines zeitgenössischen Gemäldes des Malers Robert Schneider mit dem Lessingtunnel als Motiv oder eines Ewers, mit dem die Fischer früher die Elbe querten, bekommen Besucherinnen und Besucher einen Vorgeschmack auf die vielfältigen Sammlungen.

Bestenfalls haben sie natürlich anschließend Lust, diese auch zu besuchen. Ansonsten soll man sich hier so wohlfühlen wie in einem Wohnzimmer: kann mitgebrachte Speisen verzehren, lesen, im Netz surfen. Derweil wird im Freiraum kollektiv eingekocht und das Gendern unter die Lupe genommen.

Tanzworkshop von Yolanda Morales

Ebenfalls am Sonnabend nimmt das Museum der Arbeit mit dem „Startup Torhaus goes ...“ ab 16 Uhr Interessierte mit auf einen Rundgang durch die HafenCity und thematisiert dabei „Gute Arbeit, gute Konzerne oder Klimastreik?“. Im 25. Jubiläumsjahr des Hauses in Barmbek wurde mit der denkmalgerechten Sanierung und Modernisierung des ehemaligen Fabrikensembles begonnen. Im Torhaus sollen künftig eine Gastronomie und Räume zur Verständigung über wichtige Fragen der Zukunft untergebracht werden. Die Fertigstellung ist für 2023 geplant.

Ab 18 Uhr fordert die mexikanische Choreografin Yolanda Morales zum Tanzworkshop „Imaginative Bodies #2“ im Zwischenraum des MARKK auf. Seitdem sich das Museum einen neuen Namen, eine neue Richtung und auch neue Corporate Identity verpasst hat, informiert dieser Raum das Publikum über wichtige Veränderungen, zeigt Forschungs- und Arbeitsprozesse sowie kleinere Ausstellungsprojekte.

Kultur Hamburg: Festival endet im Museum der Arbeit

Am Sonntag ab 13 Uhr etwa berichtet Gabriel Schimmeroth über Planungen und Projekte im kommenden Jahr. Ab 15 Uhr diskutieren Gäste mit Choreografinnen und Performern über das Aneignen der Räume. Am Montag ab 19 Uhr endet das Festival im Museum der Arbeit und feiert den fünften Geburtstag von „kohero“, dem Magazin für interkulturellen Zusammenhalt.

„Open – Festival der offenen Räume“ 25.–29.8., Programm unter www.shmh.de, ggf. Anmeldung und Bezahlung über die Museen