Hamburgs Bühnen

St. Pauli Theater setzt auf Modellversuch – der Plan

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Thomas Collien hofft, bald wieder Publikum im St. Pauli Theater auf dem Hamburger Kiez begrüßen zu dürfen (Archivbild).

Thomas Collien hofft, bald wieder Publikum im St. Pauli Theater auf dem Hamburger Kiez begrüßen zu dürfen (Archivbild).

Foto: Roland Magunia

Kooperationen mit Testanbietern wurden bereits auf den Weg gebracht. Wann der Vorhang auf dem Kiez wieder aufgehen könnte.

Hamburg. Zum Ende des vergangenen Sommers hatten Hamburgs große Theaterhäuser noch an Hygienekonzepten gefeilt und an coronakonformen Stücken gearbeitet. Die Euphorie hielt jedoch nur wenige Wochen an, bevor die gestiegenen Infektionszahlen im Herbst die Pläne der Kulturschaffenden erneut durchkreuzten. Seit November sind die Parketts und Ränge der Hamburger Bühnen wieder leer.

Während in Schleswig-Holstein nun einige Bühnen öffnen, macht in Hamburg Thomas Collien, Chef des traditionsreichen St. Pauli Theaters, wenigstens ein kleines bisschen Hoffnung – er würde gern im Rahmen eines kulturellen Modellversuchs an ausgewählten Privattheatern dabei sein.

Weitere Idee: St. Pauli Theater mit eigenes kleines Testzentrum

"Wenn die Inzidenz unter 100 liegt und wenn wir ausgewählt werden“, so die Einschränkung, könnte der Vorhang auf dem Kiez wieder aufgehen. Kooperationen hat die Bühne bereits mit zwei Testanbietern auf den Weg gebracht: dem „Corona Freepass“ von Axel Strehlitz auf dem Spielbudenplatz, mit dem auch Schmidt-Theatergründer Corny Littmann zusammen arbeitet, und „Corona Schnelltest Hamburg“ (die unter anderem im Ottenser Café Knuth Schnelltests anbieten).

Zudem könnte im St. Pauli Theater selbst ein eigenes kleines Testzentrum errichtet werden – statt Wein oder Prosecco in die Kehle, hieße es dann dort im ohnehin kürzlich umgebauten Gastronomiebereich: Stäbchen in die Nase.

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Ohnsorg-Theater orderte bereits 10.000 Selbsttests

Auf ein volles Haus können Schauspielerinnen und Schauspieler allerdings noch nicht hoffen. Maximal die Hälfte des Saales könnte wohl besetzt werden. Bei dem Versuch würde es vorrangig darum gehen, Erfahrungen zu sammeln und die Ergebnisse gemeinsam mit der Stadt wissenschaftlich auszuwerten. Auch andere Kulturbetriebe sollen auf diese Weise von dem Modellversuch profitieren.

Ende März hatte die Kulturbehörde gegenüber dem Abendblatt erstmals erklärt, gemeinsam mit Kultureinrichtungen an entsprechenden Modellen mit Corona-Tests zu arbeiten. In Berlin hatte es im Rahmen des Pilotprojekts Testing unter anderem Vorstellungen im Berliner Ensemble gegeben und auch in Hamburg finden hinter den Kulissen entsprechende Vorbereitungen statt.

Das Ohnsorg-Theater orderte bereits 10.000 Selbsttests. Wann es angesichts steigender Inzidenzzahlen soweit sein könnte, dass Vorstellungen stattfinden können, will Thomas Collien derzeit lieber trotzdem nicht voraussagen: „Ich bin nicht mehr so optimistisch wie noch vor einer Woche“, gesteht er.

( msch )