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"Ooops! 2": Tim Mälzer als wortkarges Nilpferd

Nestrier Finny und seine Freundin  Grymph Leah.

Nestrier Finny und seine Freundin Grymph Leah.

Foto: Ulysses Film

Der Animationsfilm entstand mit prominenten Stimmen auch in Altona. Produktionsfirma Ulysses plant Terry-Pratchett-Verfilmung.

Hamburg.  So etwas nennt man wohl Wiederholungstäter. Am Sonntag feierte im Cinemaxx Dammtor der Animationsfilm „Ooops! 2 Land in Sicht“ Premiere. Vor fünf Jahren bereits waren die Helden des Films in „Ooops! Die Arche ist weg …“ von Hamburg aus in See gestochen – der Film ist zu großen Teilen made in Altona – und dümpeln seitdem in dem Kahn der Noah-Tours auf dem Trickfilm-Ozean, um der Sintflut zu entkommen. Das ist eine lange Zeit, die Tiere bekommen langsam einen Lagerkoller, außerdem geht ihr Proviant zu Ende.

Der erste Teil des Films lockte in Deutschland zwar nur etwas mehr als 260.000 Zuschauer in die Kinos, lief aber in Großbritannien, Frankreich und den USA recht erfolgreich und konnte letztlich in 170 Länder verkauft werden. Ursprünglich hieß es damals im (Unter-)Titel „Noahs Arche …“, aber der angebliche Schiffserbauer wurde dann doch noch entfernt, um nicht die Anhänger nichtbiblischer Weltreligionen zu irritieren.

Tim Mälzer spricht ein wortkarges Nilpferd

Jetzt schippert der Zoo also wieder über die Weltmeere. An Bord findet man ein buntes Bestiarium. Der Löwe macht als König der Tiere mal wieder einen auf dicke Hose, die eigentlichen Helden sind aber zwei junge Geschöpfe, die man so in keinem Biologiebuch findet: Finny ist ein orangebunter Nestrier, freundlich, vegetarisch und handwerklich geschickt. Grymp Leah ist eine Fleischfresserin, eine Art Hybrid aus Wolf und Hyäne. Beide verbindet trotz aller Unterschiede eine dicke Freundschaft.

Christian Ulmen und Janin Ullmann erhalten diesmal als Sprecher Unterstützung von Tim Mälzer, der ein wortkarges Nilpferd spricht. Das passt ganz gut, denn inhaltlich geht es in diesem Film besonders um die Jagd nach dringend benötigtem Proviant. Die Vorräte sind fast aufgebraucht. Es gibt in diesem Film wieder eine Menge Slapstick-Humor, aber es werden auch Werte transportiert. Die Tiere können ihre große Aufgabe nur zusammen bewältigen und schon bald ist klar, dass niemand zurückgelassen werden darf.

Zurzeit laufen kaum Kinderfilme

Am Donnerstag kommt der Film nun mit fast 500 Kopien in die Kinos. Das Umfeld scheint günstig zu sein, denn außer „Meine Freundin Conni“ und dem demnächst startenden „Jim Knopf und die wilde 13“ laufen zurzeit kaum Kinderfilme.

„Ooops!“-Filme kann man nicht mit denen von Weltmarktführer Pixar vergleichen. Die US-Amerikaner dürften dreistellige Budgets zur Verfügung haben, der Film aus Altona hat gerade mal acht Millionen Euro gekostet. Fünf Jahre hat die Entwicklung gedauert, bis zu 55 Mitarbeiter saßen an dem Animationsfilm. „Das kleine Budget bedeutet, dass wir keine Chance haben, auf dem einmal eingeschlagenen Weg mal etwas zu verwerfen“, sagt Emely Christians von der Ulysses Filmproduktion aus Altona. Sie hofft, dass dieser Film wieder mehr Zuschauer anlockt als zuletzt „Bayala – Das magische Elfenabenteuer“. Der hatte zwar eine spannende Entstehungsgeschichte, denn er entstand auf der Basis von Fantasy-Figuren der Spielzeugherstellers Schleich, aber das wollten dann doch nur gut 150.000 Zuschauer sehen.

Als Nächstes steht die Verfilmung eines Romans von Terry Pratchett an

Christians blickt dennoch optimistisch in die Zukunft. Als Nächstes steht die Verfilmung eines Romans des britischen Fantasy-Autors Terry Pratchett an. Der Autor der „Scheibenwelt“-Romane, der vor fünf Jahren gestorben ist, hat weltweit 90 Millionen Bücher verkaufen können. „The Amazing Maurice“ erzählt von einer Ratte und einer Katze, die in Städte gehen, um Bürgermeister zu erpressen. Erstmals hat der Film ein Budget von zehn Millionen Euro. In zwei Jahren soll die Fantasy-Variante der Rattenfänger-Geschichte fertig sein.

„Ooops! 2“ läuft ab Donnerstag im Cinemax Dammtor/Harburg/Wandsbek, Hansa, Koralle, UCIs Mundsburg/Othmarschen Park/Wandsbek