Cartoonist

Eine tierische Künstlerkarriere: Trauer um Uli Stein

Uli Stein, 1946 in Hannover geboren, begann als Journalist,  arbeitete danach 40 Jahre als  Cartoonist.

Uli Stein, 1946 in Hannover geboren, begann als Journalist, arbeitete danach 40 Jahre als Cartoonist.

Foto: Holger Hollemann / dpa

Der Cartoonist Uli Stein ist tot. Er starb mit 73 Jahren in der Wedemark. Seine Stiftung für Tiere in Not bleibt.

Hannover/Hamburg.  Auch wenn manche in Hamburg bei seinem Namen zunächst an den früheren HSV-Torwart aus den erfolgreichen Zeiten des Fußballvereins in den 80er-Jahren denken mögen – der Cartoonist Uli Stein hat international mehr Eindruck hinterlassen. Seine frechen Zeichnungen mit verschiedenen Arten von Tieren sind europaweit erschienen, seine Bücher auch in Nordamerika und sogar in China verkauft worden. 13 Millionen Exemplare weltweit, fast 200 Millionen Postkarten – an Uli Stein war beim Gang durch Läden und Buchhandlungen kaum vorbeizukommen. Seine knollennasigen Mäuse, Pinguine, Schweine und Katzen fielen auf. Indes suchte der Künstler weder den Konsum noch die Öffentlichkeit. „Ich mag Tiere lieber als Menschen“, sagte er.

Wie erst am Freitag bekannt wurde, starb Deutschlands wohl bekanntester Cartoonist am 28. August in seinem Haus in der Wedemark bei Hannover im Alter von 73 Jahren. Er litt an Parkinson.

Uli Stein fand seine Berufung beim Zeichnen

Auf seine Geburtsstadt Hannover ließ er nichts kommen. Seine Berufung fand Uli Stein, der eigentlich Ulrich Steinfurth hieß, nach einem nicht abgeschlossenen Lehramtsstudium (Deutsch, Erdkunde, Biologie) im damaligen Westberlin und nach journalistischer Tätigkeit (darunter sechs Jahre beim Saarländischen Rundfunk) noch einmal woanders: beim Zeichnen. „Ich möchte den Leuten Spaß machen, sie unterhalten und ihnen schöne Momente geben – in trüben Zeiten oder auch in guten“, sagte Stein in einem Interview 2009.

Ein politischer Karikaturist war Uli Stein in den vier Jahrzehnten seines künstlerischen Schaffens selten. Ähnlich wie der „Stern“-Karikaturist Tetsche konnte Uli Stein Alltagssituationen von Männern und Frauen mit tierischen Wesen richtig schön überzeichnen, seine „Stein-Maus“ ist legendär. Arbeit waren die Cartoons dennoch: „Mich küsst die Muse nicht bei Aldi an der Kasse.“

Auf den Hund gekommen war der Künstler da längst: In der Ausstellung „Wow, Wau“ paarte Stein Hunde-Cartoons mit besonderen Motiven von Vierbeinern, die als Fotograf selbst gemacht hatte. Auch das Logo seiner 2018 gegründeten „Stiftung für Tiere in Not“ zeigt einen grauen Hund, hier mit einem Herz in den Pfoten. Sein Vermächtnis.

Das ist der Cartoonist Uli Stein:

  • Stein wurde am 26. Dezember 1946 in Hannover geboren.
  • Er studierte in Berlin und arbeitete parallel als freier Fotograf und Texter für Zeitungen.
  • Kurz vor dem Examen brach er sein Lehramtsstudium ab, um hauptberuflich Journalist zu werden.
  • Seit Ende der 1970er Jahre konzentrierte er sich ganz auf das Zeichnen.