„Stream & Shout“

60 Jahre Beatles in Hamburg: Jubiläumsshow im Indra

Die fünf frühen Beatles im August 1960 im Hamburger Kiez-Club Indra: John Lennon, George Harrison, Pete Best, Paul McCartney und Stuart Sutcliffe (v.l.n.r.). Sutcliffe verließ die Band im Juni 1961 und starb im April 1962 an einer Hirnblutung. Pete Best wurde im August 1962 durch Ringo Starr ersetzt.

Die fünf frühen Beatles im August 1960 im Hamburger Kiez-Club Indra: John Lennon, George Harrison, Pete Best, Paul McCartney und Stuart Sutcliffe (v.l.n.r.). Sutcliffe verließ die Band im Juni 1961 und starb im April 1962 an einer Hirnblutung. Pete Best wurde im August 1962 durch Ringo Starr ersetzt.

Foto: Malte Christians / dpa

Cäthe, Jessy Martens, Bernd Begemann und weitere Gäste feiern am Montag die ersten Schritte der Pop-Legende auf dem Kiez.

Hamburg.  „It was 60 years ago today“: Am 17. August 1960 gingen fünf Jungs aus Liverpool zum ersten Mal auf die kleine Bühne im dunstigen Indra und unterhielten das übersichtliche Publikum eher schlecht als recht mit Rock’n’Roll-Coverversionen.

Aber auch wenn der Start von John Lennon, Paul McCartney, George Harrison, Stuart Sutcliffe und Pete Best holprig war, folgten noch 280 weitere Nächte in zwei Jahren. In Indra, Kaiserkeller, Top Ten und Star-Club wurden die Beatles erwachsen. Die ersten Schritte auf dem Weg zur Legende.

60. Jahrestag: Erster Auftritt der Beatles im Hamburger Club

Das würdigen Hamburgs erste Beatles-Expertin Stefanie Hempel und zahlreiche weitere Musikerinnen und Musiker sowie Zeitzeugen an diesem Montag bei der Jubiläumsshow „Stream & Shout“ live aus dem Indra.

Neben zwei Konzert-Sets mit Liedern aus der Zeit gibt es Ausflüge zu weiteren Hamburger Beatles-Orten, Erzählungen, Interviews und Grußbotschaften von und mit dem Beatles-Forscher Mark Lewisohn, den Hamburger Beatles-Zeugen Rosi Sheridan und Günter Zint, mit der New Yorker Indie-Band Bambi Kino und dem Liverpooler Cavern Club.

Songs, die Beatles im Indra spielten, lange unbekannt

Doch auch wenn vieles überliefert ist aus der Hamburg-Ära der fünf Jungs, aus denen bald ohne Pete und Stuart, dafür mit Ringo Starr die Fab Four werden sollten, liegt manches immer noch im Dunkel der Geschichte verborgen. Zum Beispiel, welche Lieder die Beatles damals am 17. August 1960 und in den ersten Folgenächten spielten.

Schließlich rockte das Quartett stundenlang in mehreren Sets, die Abend für Abend variierten, vieles entstand spontan oder auf Zuruf. Tatsächlich haben Stefanie Hempel und Mark Lewisohn das bislang unbekannte Programm der ersten Beatles-Nächte weitgehend rekonstruieren können, im ersten Konzertteil von „Stream & Shout“ wird es jetzt erstmals gespielt. Zu erleben sind zum Beispiel „Johnny B. Goode“ von Chuck Berry, „Shakin’ All Over“ von Johnny Kidd & The Pirates und „Dance In The Street“ von Gene Vincent.

Im zweiten Live-Set präsentiert Hempels Showband dann ein Best-of der vielen, vielen Songs, die von den Beatles in den Jahren 1960 bis 1962 in Hamburg gespielt wurden. Überwiegend waren es Coverversionen heutiger Klassiker wie „Money (That’s What I Want)“ (Barrett Strong) oder „A Taste Of Honey“ (Bobby Scott), mit denen John, Paul, George und Ringo auch ihre ersten Alben auffüllten, aber auch frühe Eigenkompositionen wie „I Saw Her Standing There“, „One After 909“ oder „Ask Me Why“ waren seinerzeit bereits auf dem Kiez zu hören. Nun sind die Lieder zurück auf St. Pauli, begleitet von vielen Gästen im Indra: Mit dabei sind Cäthe, Jessy Martens, Bernd Begemann, das Kaiser Quartett, Billy King, Jimmy Cornett und Michèl von Wussow.

Beatles-Hommage in der Elbphilharmonie

Der kostenlose Stream aus dem Indra startet um 21 Uhr auf www.stream-shout.hamburg sowie auf Facebook (www.facebook.com/hamburgahoi) und YouTube (www.youtube.com/wwwhamburgde). Zur Einstimmung kann man virtuell aber schon um 20 Uhr das „Elbphilharmonie Konzertkino“ unter www.elbphilharmonie.de besuchen: Dort spielt Jazz-Pianistin Julia Hülsmann zusammen mit Nils Wogram (Posaune) und Christopher Dell (Vibraphon) eine von Hülsmann eigens arrangierte Beatles-Hommage. Mach Schau!

„Stream & Shout“ Mo 17.8., 21 Uhr, www.stream-shout.hamburg