Astronomie

Zum 90. Geburtstag: Planetarium Hamburg – das Magazin

Das Planetarium Hamburg im Stadtpark (Archivbild).

Das Planetarium Hamburg im Stadtpark (Archivbild).

Foto: Thorsten Ahlf

Zum Jubiläum der Hamburger Institution geht es nicht nur um Historie, sondern auch um aktuelle Themen rund um die Sternenkunde.

Hamburg. Was macht man mit einem imposanten Wasserturm, der nach nur acht Jahren Nutzung wieder außer Dienst gestellt wird? Dieser Frage sahen sich die Hamburger Stadtoberen Ende der 1920er-Jahre ausgesetzt. Sie entschieden sich nach langen Diskussionen für eine Lösung, die bis heute Bestand hat: Ein Planetarium sollte her. Zu dessen 90. Geburtstag bringt das Hamburger Abendblatt nun ein neues hochwertiges Magazin mit 108 Seiten in den Handel.

Seit 1930 gibt es im Hamburger Stadtpark eine Institution, die den Menschen das Weltall erklärt und die Faszination für alles Außerirdische befeuert. Als der Projektor „Modell II“ aus dem Hause Zeiss im ehemaligen Wasserturm in Betrieb genommen wurde, war die Idee eines Hamburger Planetariums bereits einige Jahre alt, nur hatte man zunächst keinen geeigneten Standort gefunden.

Doch dann ging alles ganz schnell. Unter Leitung des Architekten Hans Loop wurde unterhalb des riesigen Wassertanks ein 23 Meter hoher Raum errichtet, den man mittels Zwischendecke in zwei Etagen teilte. Oben gab es eine Kuppel, auf die ein Sternenhimmel projiziert werden konnte, unten eine Wandelhalle und Ausstellungsräume, in der auch eine umfangreiche Sammlung des Kulturhistorikers und Astronomie-Fans Aby Warburg zu sehen war.

Damals war das Planetarium eines der ersten, heute ist es eines der modernsten. Das ist vor allem seinem umtriebigen Direktor Thomas W. Kraupe zu verdanken, der seit 20 Jahren die Geschicke steuert und sich immer wieder und mit großem Einsatz für den Ausbau und grundlegende Modernisierungen eingesetzt hat. Schaut man auf die „Meilensteine der Geschichte des Planetariums“, fallen in Kraupes bisheriger Amtszeit vor allem die grundlegende Erweiterung von Programm und Spielplan (2002) und die großen Umbauten der Jahre 2003 und 2017 ins Auge. Seit 2013 gibt es zudem 3-D-Projektionen, damit war Hamburg weltweit Vorreiter.

Spektakuläre Bilder aus dem Weltraum

In dem Magazin geht es aber nicht nur um das Gebäude, seine Historie, seinen Direktor und dessen Vorgänger. Zu sehen sind auch jede Menge spektakulärer Bilder aus dem Weltraum, teilweise aufgenommen vom Weltraumteleskop Hubble, das seit 30 Jahren ferne Galaxien sichtbar macht. Weitere Beiträge beschäftigen sich mit der Frage, ob Pluto ein richtiger Planet ist oder nur ein Zwergplanet, was ein „Schwarzes Loch“ ausmacht, welche Mythen rund um Mond- und Sonnenfinsternis existieren und wie die Menschheit im Laufe der Geschichte das eigene Weltbild immer wieder revidierte.

Auch dass es einmal Pläne gab, in der HafenCity ein völlig neues Planetarium zu bauen und sich dabei an New York zu orientieren, verrät eine der Reportagen. Wie das Planetarium, das pro Jahr mehr als 300.000 Besucher anlockt, aufgebaut ist, zeigt eine Grafik.

Den Namen Sascha Kriegel haben wahrscheinlich noch nicht sehr viele Hamburger gehört. Doch ohne ihn würde es die multimedialen Animationen mit Lasereffekten, 3-D-Klang und 3-D-Bildern nicht geben, wie auf den vier Seiten über „Das digitale Planetarium“ zu lesen ist. Welche Rolle der Förderverein spielt, welche Programm-Höhepunkte es bisher gab und welche Shows in diesem Jahr noch starten, wird ebenfalls beschrieben. Das Heft endet mit einem Zitat des Dichters Khalil Gibran: „Die Sonne lehrt uns alle Lebewesen die Sehnsucht nach dem Licht. Doch es ist die Nacht, die uns alle zu den Sternen erhebt.“

Das neue Magazin „90 Jahre Hamburger Planetarium“ mit den besten Abendblatt-Geschichten aus Historie und Gegenwart der Hamburger Institution, Interviews mit deutschen Astronauten, spektakulären Bildern sowie weiteren Inhalten rund ums Thema gibt es in der Abendblatt-Geschäftsstelle, unter abendblatt.de/magazine oder Telefon 040/333 66 999 sowie im gut sor­tierten Zeitschriftenhandel. Das Magazin hat 108 Seiten und kostet 9 Euro, Treuepreis für Abonnenten im Shop des Abendblatts: 7 Euro (zzgl. Versand).