Hamburg. Die Orchester dürfen nicht spielen, nichts ist erlaubt. Wie kann das klassische Musikleben vor dem Kollaps bewahrt werden?

Ist das nun die absehbare Zukunft? Rund 2200 leere Plätze am 1. Mai in der Berliner Philharmonie, in der Kirill Petrenko beim „Europakonzert“ nur drei Handvoll statt 128 Philharmoniker dirigierte. Auf dem Programm ausschließlich Stückchen, die sich an die Hygieneregeln halten, weil Sinfonien gerade wie Aussätzige zu behandeln sind: Pärts „Fratres“, ein Stück, das mit wenig Personal möglich ist, Barbers „Adagio for Strings“, das regelmäßig gespielt wird, wenn Fürchterliches zu betrauern ist. Und Mahlers Vierte, normalerweise riesig besetzt, in einer mikroskopischen Version von 1921.