Tanz-Kooperation

Hamburg wird im Februar zur Tanz-Hauptstadt

Die drei von der Tanzstelle: John Neumeier, Amelie Deuflhard, Carsten Brosda.

Die drei von der Tanzstelle: John Neumeier, Amelie Deuflhard, Carsten Brosda.

Foto: © Kiran West / Kiran West

Unter dem Motto „City of Dances“ kommt die „7. Biennale Tanzausbildung 2020“. Zahlreiche Publikumsangebote auf Kampnagel.

Hamburg.  Nach dem Tanzkongress 2009 und der Tanzplattform 2014 wird Hamburg zum dritten Mal Ausrichter eines bundesweiten Großereignisses. Vom 17. bis 23. Februar geht unter dem Motto „City Of Dances“ die „7. Biennale Tanzausbildung 2020 Hamburg“ über die Bühne. Diese Ausgabe hat eine Besonderheit: In einer doch eher seltenen Allianz verbünden sich das Hamburg Ballett, Kampnagel, das Bundesjugendballett und K3 – Tanzplan Hamburg und richten das Ereignis gemeinsam aus.

Nicht nur Kultursenator Carsten Brosda freut dieser geballte Zusammenschluss innerhalb der Kulturlandschaft. Das Klassentreffen der nationalen und internationalen Tanzschulen aus Deutschland, aber auch aus Südafrika, Indien oder Kolumbien, biete ein attraktives Programm für die anreisenden 150 Studierenden, soll aber auch in der ganzen Stadt präsent sein. Dazu tragen zahlreiche Publikumsangebote bei, die sich vor allem auf Kampnagel mit dem Schwerpunkt „Fokus Tanz“ bündeln.

Die „Ausbildungskonferenz Tanz“ ist eine Interessenvertretung aller bundesweiten staatlichen Ausbildungsinstitutionen im Bereich Tanz und Choreografie. Es gehe nun auch darum, die Expertise in der Stadt zu nutzen, so ihr Vertreter Nik Haffner. Auch Hamburgs Ballett-Chef John Neumeier begrüßt ausdrücklich den Brückenschlag. Natürlich sei es großartig, so viele unterschiedliche Tanzstile in der Stadt zu zeigen.

Das Hamburg Ballett selbst ist während der Biennale auf Tournee in Singapur. Aber das Ballettzentrum wird an den Vormittagen zum Austragungsort neun so genannter „Do-Shops“, in denen die Studierenden praktisch Dinge entwickeln sollen. Geplant sind ein gemeinsames Training an Auszügen aus Neumeiers Opern-Choreografie „Orphée et Eurydice“ und eine Exkursion zum Ballettarchiv der Neumeier-Stiftung.

Biennale ist keine reine Insiderveranstaltung

Die Grenzüberschreitung solle sich auch inhaltlich zeigen, so Kerstin Evert von K3 – Tanzplan Hamburg, etwa in Fragen von Diversität und Durchlässigkeit des Ausbildungssystems, von körperlichen Prozessen bis hin zu geografischen Fragen. An den Nachmittagen gibt es ein geballtes Programm auf Kampnagel in allen Sälen mit viel Gelegenheit zu Austausch und aktiver Teilnahme.

Die Biennale ist aber keine reine Insiderveranstaltung. So zeigt der Choreograf Ousmane Sy im öffentlichen Programm mit „Queen Blood“ (19.2. bis 21.2.) ein Urban-Dance-Stück mit weiblichem Ensemble. Die Avantgarde-Legende Deborah Hay präsentiert drei Soli und das Gruppenstück „Animals On The Beach“ (19. bis 21.2.) und tanzt mit ihren stolzen 78 Jahren auch selbst. „Das zeigt, dass auch der zeitgenössische Tanz inzwischen eine Geschichte von 100 Jahren hat“, so Amelie Deuflhard. Höhepunkt ist ein Fusion Dance Battle am 22. Februar, wenn Ballett, Contemporary Dance und Hip Hop auf einer Bühne antreten.

Die Kosten der Biennale belaufen sich auf 568.000 Euro, darunter 300.000 Euro aus Bundesmitteln, 209.000 Euro von der Kulturbehörde, der Rest von Kampnagel und aus Drittmitteln.

„City of Dances. 7. Biennale Tanzausbildung 2020 Hamburg“ 17.-23.2., u. a. Ballettzentrum Hamburg und Kampnagel; Infos unter www.biennale-tanzausbildung.de