Genitalverstümmelung

Waris Diries „Wüstenblume“ kommt als Musical

Waris Dirie als Laudatorin bei einer Preisverleihung (Archivbild)

Waris Dirie als Laudatorin bei einer Preisverleihung (Archivbild)

Foto: Imago

Das Stück verarbeitet die wahre Geschichte von Waris Dirie, die vor einer Zwangsheirat aus ihrem Nomadenleben flüchtete.

St. Gallen.  „Wüstenblume“, die wahre Geschichte der Somalierin Waris Dirie, kommt in knapp sechs Wochen in St. Gallen erstmals als Musical auf die Bühne. „Wie eine Cinderella-Geschichte mit feministischen Zügen“, findet Komponist Uwe Fahrenkrog-Petersen („99 Luftballons“). „Am Ende zieht unsere Cinderella nicht ins Schloss, sondern rudert zurück, um anderen zu helfen.“ Herausforderung war, so Regisseur Gil Mehmert, einen ernsten Stoff musikalisch auf der Bühne zu verarbeiten.

Es geht um das Thema weibliche Genitalverstümmelung. Das Team wolle zeigen, dass „Musical“ nicht nur Katzen oder Rollschuhe auf der Bühne bedeute, sagte Mehmert mit Seitenhieb auf die Andrew-Lloyd-Webber-Musicals. An die Geschichte von Dirie könnten viele Menschen andocken. Als Regisseur hat Mehmert unter anderem das Musical „Das Wunder von Bern“ umgesetzt.

In den 80er-Jahren wurde Waris Dirie als Model entdeckt

„Wüstenblume“ verarbeitet die wahre Geschichte von Waris Dirie, die vor einer Zwangsheirat aus ihrem Nomadenleben flüchtete. Sie landete in London, wurde dort in den 80er-Jahren als Model entdeckt und setzt sich heute mit einer Stiftung gegen die weibliche Genitalverstümmelung ein.

Dass das Führungsteam – musikalische Leitung, Regie, Choreografie, Bühnenbild, Kostüme – nur aus Männern besteht, findet der geschäftsführende Direktor des Theaters St. Gallen, Werner Signer, unproblematisch. Man zeige doch, dass Männer sich dieses sensiblen Themas gut annehmen könnten.