Hamburg

Kampnagel stellt Programm für neue Spielzeit vor

Eine Szene aus 10.000 Gesten von Boris Charmatz

Eine Szene aus 10.000 Gesten von Boris Charmatz

Foto: Tristram Kenton

Die Stadt Hamburg steuert 6,2 Millionen Euro Fördermittel zum Etat dazu. Eröffnung mit französischem Tanztheater am 27. September.

Hamburg. Es läuft ziemlich rund für Kampnagel-Intendantin Amelie Deufl­hard und ihr Team. Mit 180.000 Besuchern war der Zuspruch des Publikums in der abgelaufenen Saison erneut sehr hoch. Der Etat von 10,6 Millionen Euro ist stattlich. Die Stadt Hamburg stellt davon 6,2 Millionen Euro als Fördermittel bereit. Der Rest soll über Drittmittel und Ticketverkäufe finanziert werden. Damit lässt sich frohen Mutes die kommende Spielzeit angehen.

Sie wird spektakulär am 27. September von dem französischen Tanzerneuerer Boris Charmatz und seiner mit einer Einladung zur Tanzplattform geadelten Produktion „10.000 Gesten“ (zu sehen bis 29.9.) eröffnet. Trajal Harrell folgt mit der tänzerischen Tennessee-Williams-Aneignung „Maggie The Cat“ (3. bis 5.10.) Die in Berlin lebende argentinische Choreografin Constanza Macras präsentiert ihr neues, von indischen Migranten in Südafrika inspiriertes Werk „Chatsworth“ (24. bis 26.10.).

Feministische Auslegung von Romeo und Julia

Anlässlich des alle zwei Jahre ausgerichteten „Nordwind Festivals“ (5. bis 14.12.), diesmal zum Schwerpunkt „Exploring Blankness“, werden die isländischen Choreografinnen Erna Ómarsdóttir und Halla Ólafsdóttir vom 5. bis 8. Dezember ihre für den Faust-Theaterpreis nominierte feministische Auslegung der Shakespear’schen Liebestragödie „Romeo & Julia“ präsentieren. Fans der Berliner Kompanie Sasha Waltz & Guests können sich auf das Gastspiel mit der neuen Kreation „Rauschen“ (30.1. bis 2.2.2020) freuen.

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Das von 26. bis 28. September gastierende Theaterstück „Herero_Nama. A History Of Violence“ des Theatermachers Nuran David Calis vom Schauspiel Köln führt zum inhaltlichen Schwerpunkt der Spielzeit. Unter dem Motto „#1000Taten“ geht es um Erinnerungskultur, um die künstlerische wie wissenschaftliche Aufarbeitung postkolonialer Themen – auch vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte.

Starke Einbindung der lokalen Freien Szene

Kampnagel ist ein wichtiges Produktionshaus auf der internationalen Landkarte. Dazu trägt auch eine starke Einbindung der lokalen Freien Szene bei. Mindestens 25 Arbeiten werden mit Künstlern vor Ort produziert. So wird die Hamburger Choreografin Ursina Tossi mit „Witches“ (26. bis 29.9.) einen Abend über Hexenmythen zeigen. Antje Pfundtner beschäftigt sich in „Sitzen ist eine gute Idee“ (23. bis 26.10.) mit Fragen nicht nur der Körperhaltung. Jessica Nupen, Hamburger Choreografin mit südafrikanischen Wurzeln, verarbeitet mit einem internationalen Team Nikolai Gogols Fabel „Die Nase“ (18.3. bis 21.3.2020) zu einer Tanz-Rap-Oper.

Hinzu kommen zahlreiche Kooperationen. Gemeinsam mit dem Hamburg Ballett, der Ballettschule des Hamburg Balletts und dem Bundesjugendballett wird Kampnagel Gastgeber der 7. Biennale Tanzausbildung 2020 (17.2. bis 23.2.2020) sein. Das international 18 Schulen umfassende Netzwerk-Treffen wird flankiert von hochkarätigen Gastspielen, unter anderem mit der Tanz-Legende Deborah Hay.

Programm: www.kampnagel.de