Konzertkritik

Zeitlose Gitarren-Kunst: Mark Knopfler in Hamburg

Konzert von Mark Knopfler in der Barclaycard Arena.

Konzert von Mark Knopfler in der Barclaycard Arena.

Foto: Marcelo Hernandez

Weltweit bekannte Hits trafen auf neue Songs des Gitarren-Helden. Die Barclaycard Arena war nahezu ausverkauft.

Hamburg.  Das ist immer noch dieser ganz eigene Sound. Dieses unaufgeregte Spiel, diese präzisen Töne und diese Zwischenräume, die allein das Warten auf die nächsten musikalischen Einfälle des älteren Herrn da vorne auf der Bühne zum Ereignis machen. Mark Knopfler ist auf Welttournee und macht zum Glück wieder in Hamburg Halt.

Die Barclaycard Arena ist mit 10.000 Zuschauern nahezu ausverkauft, und das Publikum, mit seinem Gitarren-Helden älter geworden, hofft, dass dieser Auftritt nicht sein letzter in Hamburg sein wird. Denn der Pop-Veteran, der im August 70 Jahre alt wird, ist verantwortlich für einige der schönsten Songs der Rockmusik.

Mit einer wunderbaren Leichtigkeit gleiten seine Finger immer noch über die Seiten seiner Gitarren, die er nach fast jedem Song wechselt. Manchmal sogar auch während eines Liedes. Er spielt die Gitarre ohne Plektrum, wodurch er jeden einzelnen Ton noch intensiver oder lässiger, lebendiger oder zaghafter zum Klingen bringt. Dazu kommt diese raue monotone Stimme, die sich meist und wenn überhaupt innerhalb einer Oktave bewegt. Und über die er selbst einmal gesagt hat, dass er sie früher nicht so recht mochte. Bevor er vor 21 Jahren mit dem Rauchen aufgehört habe.

Mark Knopfler singt Lieder von neuem Album

Mark Knopfler ist mit großer Besetzung nach Hamburg gekommen. Die Band kommt in der Stärke einer Fußballmannschaft daher. Natürlich spielt er auch heute noch Songs von Dire Straits wie „Romeo and Juliet“ oder „Once Upon a Time in the West“, die ihn weltweit berühmt gemacht haben. Dazu kommen Lieder von seinem neuen Album „Down The Road Wher­ever“. Wie „Matchstick Man“ oder „My Bacon Roll“. Ein Lied über einen „Brexit-Mann“, der die neue Zeit nicht mehr versteht und an alten Dingen festhält.

Er selbst hält zur Freude seiner Fans ebenfalls an alten Dingen fest. Aber einer wie Knopfler, der sich immer als „notentechnischer Analphabet“ bezeichnet hat, probiert sich auch ständig aus. Und der neue Knopfler ist noch gelassener an diesem warmen Sommerabend, ein sehr entspannter Gegenentwurf zum aufgeregten Musik-Business, das nicht recht weiß, auf welchen Kanälen es zuerst senden soll, um überhaupt wahrgenommen zu werden. Knopfler interessiert das alles längst nicht mehr. Muss es auch nicht. Denn seine Kunst ist zeitlos.