Konzert

Weltstar Nick Cave eröffnet Europatour in Hamburg

So sieht ein gemütlicher Abend mit Nick Cave dann aus. Hier in der Oper Sydney.

So sieht ein gemütlicher Abend mit Nick Cave dann aus. Hier in der Oper Sydney.

Foto: Daniel Boud

Das Konzept der Tour ist klein und ausgesucht. Ticketverkauf startet am Donnerstag. Es wird nur knapp 1100 Karten geben.

Hamburg. Das wird wohl eines der Konzerte des Jahres. Nick Cave, poetischer Großmeister unter den Berufsmelancholikern, kommt für ein sehr intimes Liveerlebnis nach Hamburg. Das australische Mulitalent beehrt am 13. Mai die Stadt, um sein umjubeltes Konzept der "Conversations with Nick Cave" auf die Bühne der Harburger Friedrich-Ebert-Halle zu bringen. Eine rare Gelegenheit, die Schaffensbreite des Musikers, Texters, Dichters, Schriftstellers, Schauspielers und Drehbuchautors zu erleben.

Nach einer ausverkauften Tournee durch Australien und Neuseeland eröffnet Nick Cave (61), der ein sehr unterhaltsamer Gastgeber sein kann, damit seine Konzertreise durch Europa- und Großbritannien. Bei der Reihe wird er einen Abend lang auf der Bühne stehen, auf Zurufe reagieren und Fragen aus dem Publikum beantworten. Einige seiner Stücke wird er selbstverständlich auch singen und sich dabei am Flügel begleiten. Ein „Evening of Talk and Music“.

Nur 1100 Karten für Hamburg

Der Vorverkauf für die Tour an wenigen ausgesuchten Orten – neben Hamburg wird er in Deutschland nur in Berlin (Admiralspalast) und Düsseldorf (Tonhalle) spielen – beginnt am Donnerstag, 21. Februar, um 10 Uhr (Mitteleuropäische Zeit). Zum Preis von 68 Euro haben die glücklichen Karteninhaber dann das Vergnügen, mit nur etwa 1100 anderen Menschen einen Weltstar auf einer eigentlich viel zu kleinen Bühne der ehrwürdigen Friedrich-Ebert-Halle zu erleben, um ihm Löcher in den Bauch zu fragen.

Das Besondere dieser Tour ist, dass kein Abend dem anderen gleicht. Denn das Publikum in jeder Stadt wird aufgefordert, mutig, konfrontativ oder herausfordernd zu fragen. In Australien und Neuseeland hat sich die Presse überschlagen vor Lob. Der Sydney Morning Herald etwa schwärmte, dass man einer Legende zusehen könne und nie wisse, was als nächstes passiert. Das sei ein großartiger Kick. Andere Kritiker beschreiben Cave als ironisch, genial und höllisch komisch.

Ebert-Halle wurde 1982 zerlegt

Und das alles nun in der akustisch vielversprechenden Friedrich-Ebert-Halle in Harburg. Der 1929 gebaute, 2014 sanierte Konzertsaal diente unter anderem für die Aufzeichnung des MTV-Unplugged-Konzertes von Revolverheld und wurde 1982 vom Publikum der Dead Kennedys und Slime nach allen Regeln der Kunst zerlegt. Die Beatles nahmen dort zuvor, im Jahr 1961, mit Tony Sheridan „My Bonnie“ auf.