Barclaycard Arena

"Night of the Proms" feiert Tourauftakt in Hamburg

Gabor (l), Musik-Comedian, und John Miles, Musiker aus Großbritannien, stehen beim Tourauftakt von "Night of the Proms" in der Barclaycard Arena auf der Bühne.

Gabor (l), Musik-Comedian, und John Miles, Musiker aus Großbritannien, stehen beim Tourauftakt von "Night of the Proms" in der Barclaycard Arena auf der Bühne.

Foto: dpa

Die Show tourt zum 25. Mal durch Deutschland, mit dabei Künstler wie Tim Bendzko und John Miles. Für Sonnabend gibt's noch Karten.

Hamburg. Darauf konnten sich am Ende alle einigen. „Hey Jude“ bildete am Freitag nach gut drei Stunden das große Finale bei der „Last Night of the Proms“ in der ausverkauften Barclaycard Arena. Alle Solisten kamen noch einmal auf die Bühne. John Miles habe sich den Titel ausgesucht, nachdem er beim Spiel Schnick Schnack Schnuck gewonnen habe, erzählte Moderator Markus Othmer. Es war eine gute Wahl, denn erstens feiert der Titel von Paul McCartney, die erfolgreichste Single der Beatles, in diesem Jahr seinen 50. Geburtstag, und zweitens heißt es dort in einer Zeile: „You’re waiting for someone to perform with“. Auf Bühnenpartner brauchten die Teilnehmer bei dem Konzert allerdings nicht lange zu warten, denn die gaben sich an diesem Abend mal wieder die Klinke in die Hand.

Seit 25 Jahren besteht diese Musikshow nun schon und präsentiert in wechselnden Besetzungen eine ungewöhnliche, aber sehr populäre Mischung aus Klassik, Pop und Anverwandtem. Mit dem Adagio aus der 9. Sinfonie von Antonin Dvorak stimmte das Antwerp Philharmonic Orchestra, dirigiert von der Brasilianerin Alexandra Arrieche, das Publikum auf den Abend ein. Ihr folgte der Blockflöten-Clown Gabor, dessen Nummern sich wie ein roter Faden durch das Programm zogen. Nach seiner überdrehten Darbietung kühlte Tim Bendzko die Stimmung wieder auf eine freundliche Normalität herunter. Kaum verwunderlich, dass sich gerade Jüngeren im Publikum bei seinen Songs wie „Keine Maschine“ und „Nur noch kurz die Welt retten“ ziemlich textsicher zeigten.

Kartenverkauf für 2019 hat bereits begonnen

Der Sound des Orchesters kam zunächst ziemlich breiig daher und ließ vor allem bei den hohen Tönen Brillanz vermissen. Das störte das ältere Paar aber keineswegs, das, Zufall oder nicht, in der Nähe eines Kameramanns zu Johann Strauss' „An der schönen blauen Donau“ einen Walzer aufs Parkett legte. Überraschend aktuell zeigte sich das Programm mit der Hereinnahme von „Zu Asche, zu Staub“, der Titelmelodie aus der Erfolgsserie „Babylon Berlin“.

Dann tauchte der belgische Musiker Milow mitten im Publikum auf und sang seinen ersten Song “You Don’t Know“ unter großem Beifall dort von einer Minibühne, bevor er den Platz vor dem Orchester enterte und erst einmal ein Foto vom Publikum für seine Mutter machte. Er war mit Titeln wie „You And Me“ und „Howling At The Moon“ der Abräumer im ersten Teil des Programms, wurde aber gleich nach der Pause von den Pointer Sisters übertroffen. Die vom Moderator als „etwas anderes Familienunternehmen“ bezeichneten Musikerinnen brachten mit souligen Interpretationen von „Slow Hand“ oder „I’m So Excited“ den Saal zum Stehen und Mitsingen. Schon vor 26 Jahren war das Trio bei den Proms dabei. Rost hatte es allerdings nicht angesetzt.

Für Sonnabend gibt es noch Tickets

Danach hatte es der klassische Gitarrist Gabor aus dem Kosovo mit seinem ruhigen, präzisen Spiel gar nicht so leicht. Aber Altmeister John Miles, mit wenigen Unterbrechungen von Anfang an bei den Proms dabei, holte das Publikum routiniert mit seiner Hymne „Music“ ab, die er schon im Jahr 1976 geschrieben hat. Erstmals bei der Tour dabei war Bryan Ferry, der nonchalant und lässig Titel wie “Slave To Love“ und „Jealous Guy“ präsentierte, und die Proms gleichsam als Promo-Tour für sein neues Album „Bitter Sweet“ nutzte, das er im "Babylon Berlin“-Sound aufgenommen hat.

Das mit dem Pfeifen am Ende des Songs sollte sich der ehemalige Gründer von Roxy Music vielleicht noch einmal überlegen, es ist live immer ein gewisses Risiko. Mit diesem Titel schloss sich auch sozusagen ein Kreis, denn das Original schrieb John Lennon kurz nach dem Ende der Beatles. Nach der Schlussnummer wurden auf den Fluren der Arena schon Karten für das Konzert im Jahr 2019 verkauft. Für das Konzert am Sonnabend gibt es noch Tickets.