Hamburg

Ein Berliner soll die Filmförderung im Norden leiten

Helge Albers mit der Regisseurin Doris Dörrie beim Filmfest München

Helge Albers mit der Regisseurin Doris Dörrie beim Filmfest München

Foto: Lennart Preiss/Getty Images for Filmfest Muenchen) / Getty Images

Helge Albers soll Nachfolger von Maria Köpf werden und künftig das Millionenbudget der Filmförderung verwalten.

Hamburg.  Der Geschäftsführer der Filmförderung ist eine der wichtigsten Positionen in der Filmbranche des Nordens. Sie wird nun bald frisch besetzt: Der Favorit für die Nachfolge von Maria Köpf als Leiter der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein (FFHSH) heißt nach Abendblatt-Informationen Helge Albers. Auch bei der Eröffnung des Astor-Kinos am Donnerstag kursierte dieser Name.

Der Produzent aus Berlin muss in der Sitzung des Aufsichtsrats am Montag noch bestätigt werden – das allerdings gilt nur als Formsache. Köpf hatte bereits im Mai angekündigt, ihren Ende März auslaufenden Vertrag nicht verlängern zu wollen. Sie geht zurück nach Berlin und wird dort neben Anne Leppin Co-Geschäftsführerin der Deutschen Filmakademie.

Helge Albers würde ein Millionenbudget verwalten

Helge Albers hat als Produzent Filme wie „Dieses schöne Scheißleben“, „Full Metal Village“, und „Sunset Over Hollywood“ verantwortet. Der 1973 in Potsdam Geborene ist außerdem seit Juli Geschäftsführer des Verbandes deutscher Filmproduzenten (VDFP). Die FFHSH verwaltet ein Budget von 12,5 Millionen Euro. Der NDR beteiligt sich mit 1,2 Millionen, das ZDF mit einer Million. Zwei Gremien entscheiden bei der Filmförderung darüber, welche und wie viele Filmproduktionen in Hamburg und Schleswig-Holstein gefördert werden und damit indirekt auch, welches Bild sich die Welt von den beiden nördlichsten Bundesländern macht.

2017 hat die Filmförderung mehr als 100 Produktionen begleitet. An 301 Tagen wurde in Hamburg gedreht, in Schleswig-Holstein an 235 Tagen. Im selben Jahr ergab eine Standortstudie, dass die Bewegtbildbranche einen Gesamtumsatz von 3,2 Milliarden Euro erwirtschaftete und 14.500 Arbeitsplätze in der Region schuf. Das Filmfest Hamburg ist eine Tochterfirma der FFHSH.

Kultursenator Brosda hatte die Gerüchteküche angeheizt

Kultursenator Carsten Brosda (SPD) hatte bereits vor einigen Tagen öffentlich gemacht, dass ein Köpf-Nachfolger gefunden sei, aber noch keinen Namen genannt. Damit hatte er die Gerüchteküche zusätzlich angeheizt. Angeblich war neben Albers auch eine Frau in die engere Wahl genommen worden.

Maria Köpfs angekündigter Weggang aus Hamburg kam für die Branche überraschend. Als Beweggrund nannte sie „persönliche Motive“. Köpf hatte ihr Amt erst 2016 von Eva Hubert übernommen. Mit ihr an der Spitze hatte die FFHSH auch international so erfolgreiche Filme gefördert wie „Toni Erdmann“ von Maren Ade. Der Film wurde in vier Kategorien mit dem Europäischen Filmpreis ausgezeichnet. Auch das Drama „Aus dem Nichts“ von Fatih Akin mit Diane Kruger in der Hauptrolle erhielt Unterstützung aus der Friedensallee. Die Produktion gewann den Golden Globe und schaffte es auf die Oscar-Shortlist. Kruger gewann beim Filmfestival in Cannes die Auszeichnung als beste Schauspielerin.

Zuletzt setzte sich Köpf zusammen mit der Kulturbehörde dafür ein, dass bei den Dreharbeiten für die US-Produktion „Drei Engel für Charlie“ die Elbphilharmonie nicht, wie im Drehbuch vorgesehen, nach Schweden „verlegt“ wurde, sondern nun zwar eine Konzernzentrale darstellt, die aber immerhin wieder in Hamburg steht. Schon vor ihrer Hamburger Zeit war Köpf Herstellungsleiterin bei Tom Tykwers „Winterschläfer“ und „Lola rennt“, danach Produzentin bei „Der Krieger und die Kaiserin“, „Heaven“ und „True“.