Hafencity

Hamburgs erstes Luxus-Kino – ein Filmpalast zum Entspannen

Hamburger Luxus-Kino: Hans-Joachim Flebbe, Gründer der Astor-Filmkette

Hamburger Luxus-Kino: Hans-Joachim Flebbe, Gründer der Astor-Filmkette

Foto: Christian Charisius / dpa

Unternehmer Hans-Joachim Flebbe eröffnet in der HafenCity luxuriöses Kino mit drei Sälen. Getränke und Snacks kommen zum Platz.

Hafencity. Licht aus, Beine hoch: Als in Hamburgs erstem Luxus-Kino in eigener Sache ein PR-Film läuft, taucht plötzlich Papst Franziskus auf. Die Filmleute legten ihm diese Worte in den Mund: „Da sagt der Priester und der Pastor: Gesegnet sei die Filmlounge Astor.“

Was an diesem Mittwoch noch Baustelle ist, soll spätestens morgen Abend perfekt sein: Dann nämlich wird in einem Neubau am Sandtorkai in der HafenCity ein Premium-Filmtheater (drei Säle, 440 Plätze) feierlich mit geladenen Gästen eröffnet, das mit luxuriösem Ambiente und Komfort sowie einem fulminanten Sound überzeugen will. Am Freitag startet offiziell der Betrieb.

Flebbe gründete die Kinokette Cinemaxx

Erfinder dieses Konzepts ist der Hamburger Kinomacher Hans-Joachim Flebbe. Der Unternehmer hatte 1990 die Cinemaxx-Kinokette gegründet und betreibt nun exklusive Filmlounges unter anderem in Berlin und Köln. „Wir wollen die Menschen weg vom Sofa wieder in die Kinos holen“, sagt Flebbe bei einem Rundgang im großen Saal mit 235 Plätzen. Am Anfang würden die Ledersitze zwar noch ein bisschen quietschen. „Aber das ist wie bei einem neuen Bentley.“

Wer nach dem Begrüßungscocktail in einem der breiten Ledersitze Platz genommen hat (Reihenabstand: 1,75 und 1,35 Meter), kann in den Logen einen Knopf drücken – und schon werden die Beine in eine horizontale Lage gebracht. Mitarbeiter servieren auf Gästewunsch Kuchen, Champagner und Fingerfood direkt am Platz, bevor die Lichtshow startet. Dabei stimmen 6000 LED-Punkte auf das cineastische Ereignis ein, das – wie Hans-Joachim Flebbe sagt – stets mit einem „unglaublichen Sound“ begleitet wird. Aus allen Richtungen tönt es aus den Lautsprechern.

Über dem Kinosaal eröffnet bald ein Hotel

Der Fußboden scheint zu vibrieren. Weil unmittelbar über dem Kinosaal bald ein Hotel seinen Betrieb aufnimmt, wurde alles getan, um die Übertragung des Schalls zu stoppen. Wie der Große Saal in der Elbphilharmonie schwebt die Lounge zehn Zentimeter über dem Boden. Außerdem sind die Wände 1,5 Meter dick. Willkommener Nebeneffekt: Die Kommunikation mit mobilen digitalen Endgeräten ist hier nicht erwünscht. „Wir wollen, dass unsere Gäste ihren Kinobesuch stressfrei und entspannt genießen können“, sagt Flebbe.

Das können sie auch in den beiden anderen Sälen. Einer davon (75 Plätze) trägt den plüschigen Charme eines First-Class-Club-Kinos. An die Wände schmiegen sich Bücherregale, in denen zum Beispiel ein Bildband über Florenz und Bücher des Schriftstellers Ken Follett stehen.

Doch wer hier liest und sich nicht von Bild und Ton berauschen lässt, ist selbst schuld. Hans-Joachim Flebbe hat jedenfalls gut zehn Jahre um einen Hamburger Standort gekämpft. Nachdem auch das Streits am Jungfernstieg nicht mehr zur Verfügung stand, führten schließlich Gespräche mit dem HafenCity-Geschäftsführer Jürgen Bruns-Berentelg zum Erfolg.

DC Developments investierte 140 Millionen Euro

Die DC Developments investierte in den Neubau am Sandtorkai, zu dem neben Kino und Hotel auch Gastronomie, Wohnungen und Läden gehören werden, rund 140 Millionen Euro. Flebbe stellte rund fünf Millionen Euro bereit. Der Berliner Architektin Anna Maske, die mit ihrem Team für den Umbau des Zoo Palastes in Berlin zuständig war, ist es gelungen, Hamburgs erstes Premium-Kino in einen komplexen Baukörper zu integrieren.

Die Kinobesucher können sich auf ein Filmprogramm zwischen Arthouse und gehobenem Mainstream freuen. „Wir wollen dem Abaton keine Konkurrenz machen“, sagt Flebbe. Gezeigt werden vom Freitag an unter anderem die „Unglaubliche Reise des Fakirs“ und „Bohemian Rhapsody“. Die Eintrittspreise liegen zwischen 11,50 Euro und 15,50 Euro für reguläre Filmvorführungen, inklusive Begrüßungscocktail und Garderobe. Sonderprogramme wie Opern-Übertragungen, Filmklassiker im Matinee-Programm, Premieren und Schauspielerbesuche sollen das Unterhaltungsangebot komplettieren. Kinosäle wie die Bibliothek können für Firmenevents und Geburtstage gemietet werden.

Rund 50 Mitarbeiter wird die Astor Film-Lounge in der HafenCity haben. Weil die Kinobranche einen Besucherrückgang von rund 20 Prozent verzeichnet, will Hans-Joachim Flebbe mit weiteren Wohlfühl-Kinos und viel Beinfreiheit für die Zuschauer punkten. Nach der Eröffnungsfeier am Donnerstag, zu der unterem Udo Lindenberg und Filmregisseur Fatih Akin eingeladen sind, werden weitere Standorte eröffnet – in München (am 6. Dezember) und in Frankfurt am Main. Allein in Hamburg rechnet das Unternehmen mit 140.000 Besuchern pro Jahr.

Astor Film Lounge, Sandtorkai 46 a.
Tiefgarage mit 235 Stellplätzen. U 4 Haltestelle Überseequartier. Karten können im Internet bestellt werden. www.astor-filmlounge.de