Hamburg

Die Elbphilharmonie kann auch Weltmusik

Sarangi-Meister Dhruba Ghosch (59) in der Elbphilharmonie

Sarangi-Meister Dhruba Ghosch (59) in der Elbphilharmonie

Foto: Claudia Hoehne

Der indische Sarangi-Virtuose Dhruba Ghosh im ausverkauften Kleinen Saal. Karten für Konzerte mit chinesischer und arabischer Musik vergriffen.

Hamburg.  Noch vor zwei Wochen wären zu einem Sarangi-Konzert in Hamburg vielleicht 15 Menschen gekommen. Im Kleinen Saal der Elbphilharmonie hingegen fanden sich am Sonnabend gleich 500 zusammen, um den Klängen des nordindischen Streichinstruments zu lauschen, das weit weniger bekannt ist als etwa die einst von Ravi Shankar gespielte Sitar. Eine Zeitenwende. Und eine Entwicklung, die der Musikstadt Hamburg guttut, weil sie den Fokus weitet. Weil auch klassische Musik von anderen Kontinenten jetzt regelmäßig eine Bühne bekommt.

Wie ziellose Improvisationen

Dabei war das, was Dhruba Ghosh (Sarangi, Gesang), Stephanie Bosch (Bansuri-Flöte), Niti Ranjan Biswas (Tabla, eine Handtrommel) und Gert-Matthias Wegner (Tanpura, eine Laute) dem weitgehend konzentriert zuhörenden Publikum boten, keine leichte Kost. Die komplex aufgebauten Ragas entsprechen so gar nicht unseren westlichen Hörgewohnheiten, wirken bisweilen wie nicht enden wollende, ziellose Improvisationen, münden aber stets in einen Dialog zwischen Hauptinstrument (hier Sarangi oder Bansuri) und Tabla.

In Indien können sich Konzerte dieser Art über viele Stunden ziehen, und auch in Hamburg war Kondition gefordert, dauerte doch allein der zweite Raga des Abends mehr als 50 Minuten. Einige Besucher hatten danach fürs Erste genug und gingen, die überwiegende Mehrheit aber ließ sich bis zuletzt auf diese faszinierende Klangreise ein, der im Februar und März weitere folgen werden.

Dann stehen die chinesische Guqin (eine Zither, 22.2.) und traditionelle arabische Musik (18.3.) im Mittelpunkt. Schon jetzt ausverkauft – die Elbphilharmonie macht’s möglich.