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Ziemlich gute Filme beim Sommerkino in der ARD

Zum Auftakt der SommerkinoReihe
läuft heute der Blockbuster „Ziemlich beste Freunde“ mit François Cluzet und Omar Sy (links)

Zum Auftakt der SommerkinoReihe läuft heute der Blockbuster „Ziemlich beste Freunde“ mit François Cluzet und Omar Sy (links)

Foto: ARD Degeto/Quad Productions

Die ARD startet am heutigen Montag ihr Sommerkino. Gezeigt werden sehenswerte deutsche und internationale Produktionen.

Im Juli und August holt die ARD traditionell Kinofilme ins Programm, putzt sie fein heraus und nennt das dann Sommerkino. In diesem Jahr sind das elf Premieren, eingerahmt von zwei Wiederholungen, die schon bei ihrer Erstausstrahlung gut funktioniert haben. Den Auftakt macht heute die französische Komödie „Ziemlich beste Freunde“.

„Keine Arme, keine Schokolade.“ Wer diesen Film gesehen hat, wird die Szene kaum vergessen, in der der querschnittsgelähmte Philippe (François Cluzet) von seinem Pfleger Driss (Omar Sy) ein Stück der Süßigkeit erbittet und dieser sie ihm mit diesen Worten spielerisch verweigert. Mit dieser Art von Humor, oft dem ganz schwarzen, ist der Film nur so gespickt. Er lebt von seinen Gegensätzen und einer ungewöhnlichen Mischung aus Tragik und Komik. Reicher weißer Pflegefall trifft auf armes schwarzes Energiebündel. Daraus entstehen in der Komödie von Olivier Nakache und Eric Toledano absurde Situationen und Dialoge voller Menschlichkeit, die die Frage, ob man mit oder über Menschen mit Behinderung lachen darf, im Keim erstickt. Mehr als neun Millionen Zuschauer sahen den Film in Deutschland im Kino, er wurde ein Welterfolg.

Das Sommerkino wird den Zuschauern zweigleisig angeboten. Die Filme laufen montags um 20.15 Uhr und donnerstags um 22.45 Uhr. Bei der Auswahl hat die ARD nach Angaben von Programmdirektor Volker Herres zwei Schwerpunkte gesetzt. Nationale Produktionen mit der Degeto und internationale Lizenzeinkäufe wechseln einander dabei ab.

Zur zweiten Kategorie gehört der Film, der in dieser Woche den Donnerstags-Sendeplatz ausfüllt. Darin spielt ein großer Schauspieler einen großen US-Präsidenten. Daniel Day-Lewis ist in der Titelrolle des Porträts „Lincoln“ zu sehen, das die letzten vier Monate im Leben des Politikers vor seiner Ermordung im Jahr 1865 zeigt. Steven Spielberg machte daraus einen durchaus humorvollen Film, in dem auch Sally Field, James Spader und Tommy Lee Jones zu sehen sind.

Zu den Film-Höhepunkten der Reihe in den kommenden Wochen gehört die Tragikomödie „Wie beim ersten Mal“ mit Meryl Streep und Tommy Lee Jones (15. Juli) als reifes Paar, das in seiner Eheroutine steckengeblieben ist. Regisseur David Frankel hatte La Streep vorher schon in „Der Teufel trägt Prada“ inszeniert.

Neugierig sein dürfen die Zuschauer auch auf die Bestseller-Verfilmung „Zwei an einem Tag“ (27. Juli). Die Dänin Lone Scherfig inszenierte die romantische Komödie, in der sich zwei Liebende über 20 Jahre hinweg immer am gleichen Tag treffen, nach einem Roman von David Nicholls mit Anne Hathaway und Jim Sturgess.

Nach den „Angélique“-Romanen entstand der gleichnamige Mantel-und-Degen-Film von Ariel Zetoun, in dem auch der Bargteheider David Kross einen Part übernommen hat (3. August).

Ein ARD-Geschenk zum 65. Geburtstag von Iris Berben ist die Komödie „Miss Sixty“ – natürlich mit ihr in der Hauptrolle (17. August) – und mit Edgar Selge.

„Ziemlich beste Freunde“-Star François Cluzet ist gleich noch einmal zu sehen: an der Seite von Sophie Marceau in der Romanze „Ein Augenblick Liebe“ (24. August). Viele Fans hat immer noch „Pretty Woman“-Veteran Richard Gere, der im Drama „Arbitrage“ (16. Juli) an der Seite von Susan Sarandon den Manager eines Hedgefonds spielt.

Trotz der ernsten Thematik liebevoll beobachtet hat Regisseur Michael McGowan in „Für immer dein“ (20. Juli) den Alltag des Paares Craig und Irene (James Cromwell, Geneviève Buj­old). Mehr als 60 Jahre sind die beiden verheiratet. Als Irene an Alzheimer erkrankt, baut Craig ihr ein behindertengerechtes Haus.

Ein raffiniertes Psychodrama ist der Film „Zwei Leben“ von Georg Maas (23. Juli). Juliane Köhler und Liv Ullmann spielen in einer ungewöhnlichen Geschichte vor dem Hintergrund der Verbrechen des „Lebensborn“-Vereins der SS. Der Film war für den Auslands-Oscar nominiert.

Einen starken Auftritt zeigt Newcomerin Lisa Tomaschewsky in der Titelrolle von „Heute bin ich blond“ (30. Juli). Sie versucht ihre Krebstherapie mithilfe eines Arsenals von Perücken besser zu bewältigen.

Tragikomisch geht es in „The Sessions“ zu, in dem ein fast völlig gelähmter junger Mann (John Hawkes) mithilfe einer Sexualtherapeutin (Helen Hunt) versucht, seine Jungfräulichkeit zu verlieren (6. August). Beide Schauspieler wurden für ihre sensible Darstellung gelobt.

Beendet wird das Sommerkino am Donnerstag, 13. August, mit „The King’s Speech“. Colin Firth spielt in dem Drama von Tom Hooper den Britischen König George VI., der an einer Sprachstörung leidet. Er stottert. Eigentlich nicht so schlimm, aber der Monarch muss auch ab und an zu seinem Volk sprechen. Mithilfe eines Sprachtherapeuten (Geoffrey Rush), der eigentlich ein verkrachter Shakespeare-Schauspieler ist, versucht er die Probleme zu meistern. Der bis in die Nebenrollen mit Helena Bonham-Carter, Derek Jacobi und Timothy Spall hochkarätig besetzte Film gewann vor vier Jahren vier Oscars – einer ging auch an Colin Firth.

„Ziemlich beste Freunde“ Mo, 20.15 Uhr, ARD„Lincoln“ Do, 22.45, ARD