Menschlich gesehen

A und A

Es kommt hier eigentlich nie vor, dass eine Grundsatzdiskussion fast in einem Handgemenge endet, aber manchmal darf es einfach keine zwei Meinungen geben. Bei Apple oder Samsung, Pepsi oder Cola, Beatles oder Rolling Stones – okay. Vielleeeeicht auch bei HSV oder St. Pauli. Aber nicht bei Agnetha oder Anni-Frid, den beiden A von ABBA, jener schwedischen Popgruppe, die vor 40 Jahren in Brighton mit „Waterloo“ den Eurovision Song Contest gewann.

Schon damals in den 70er-Jahren stand Agnetha Fältskog, 64 (l.), im Zentrum des Quartetts. Als blonder Engel aus Jönköping bereitete sie den Fans mit glockenheller Stimme bei „Dancing Queen“, „Waterloo“ oder „Mamma Mia“ den Pop-Himmel auf Erden und rührte mit ihrem großen Solo, der Scheidungshymne „The Winner Takes It All“, Millionen. Von diesem Rummel zog sie sich nach dem Ende von ABBA 1982 abgesehen von einigen Soloalben am weitesten von den vier zurück, erst 2013 betrat sie bei einem Benefizkonzert in London wieder die Bühne für ein Duett mit Gary Barlow von Take That. Und sie ist wieder da mit ihrem Album „A“.

Aber da ist eben auch noch die tolle Anni-Frid Lyngstad, 68, bei Narvik geborenes Besatzungskind und verwitwete Gräfin von Plauen. Warum die ebenfalls bis heute musikalisch aktive, zu ABBA-Zeiten Brünette im Schatten von Agnetha gestanden haben soll, ist ein Rätsel. Sie ist doch auch eine bezaubernde Sängerin, hatte ein Faible für mutige Frisuren und war die bessere Tänzerin. Die „Dancing Queen“. Auch sie muss hier stehen. Und falls jemand Benny und Björn vermisst: Wer A sagt, muss nicht immer auch B sagen.