Menschlich gesehen

Im Kassenhaus

Dieser Intendant ist schon vor der Premiere für Überraschungen gut – wenn er etwa im Kassenhäuschen sitzt und Eintrittskarten ausdruckt. „Mich entspannt das“, sagt Frank Thannhäuser. Seit 1994 hat er unzählige Abende im Imperial Theater verbracht, und am Tag nach der deutschsprachigen Erstaufführung der „Mitternachtsspitzen“ war er morgens wieder der Erste.

Der Regisseur und Übersetzer (u.a. „Grease“, „Fame“ und zehn Edgar-Wallace-Stücke) hat für sein Haus praktisch schon alles getan, seit er das frühere Pornokino an der Reeperbahn zunächst als Musicaltheater eröffnet hatte. Mit kleinem Team hat er es seit 2003 zum größten deutschen Krimitheater entwickelt. Eine Nische, die er zusätzlich als Kostüm- und Bühnenbildner ausfüllt: Für „Polizeirevier Davidwache“ (ohne s!) erhielt er 2012 den Rolf-Mares-Preis.

„Überleben“ nennt der 50-Jährige als seinen Hauptantrieb. „Aber es macht ja auch Spaß“, ergänzt der Intendant. Bevor er zum Schauspiel und nach Hamburg kam, hatte er in seiner Heimatstadt Kassel sieben Jahre lang eine Kinokette geleitet. Im August schon steht das 20. Jubiläum des Imperials mit einem von Thannhäuser übersetzten Jerry-Cotton-Klassiker an. Zuvor hofft der Theater-Tausendsassa noch auf einen Abstecher auf die Kunsteisbahn in den Wallanlagen („Wie Ferien“) und einen Kurzurlaub mit seinem Mann, einem Anwalt: „Ich bin froh, dass es niemand aus der Branche ist.“