Der Weltumsegler

Wilfried Erdmann kam am 15.April 1940 im pommerschen Scharnikau (Czarnków) zur Welt. 1945 flüchtete er mit seiner Mutter Ina und dem drei Jahre jüngeren Bruder Klaus nach Mecklenburg.

Die DDR verließ der Tischler 1957, ein Jahr später fuhr Erdmann allein mit dem Fahrrad nach Indien. Dort kam ihm die Idee, mit einem Segelboot die Welt zu bereisen. Er verdiente als Seemann Geld für sein erstes Schiff „Kathena“ und segelte damit zwischen 1965 und 1968 als erster Deutscher einhand um die Welt.

Nach Rückkehr und Hochzeit mit Astrid von Heister umrundete das Paar von 1969 bis 1972 auf „Kathena 2“ die Welt. Vor einem dreijährigen Südsee-Törn (1976 bis 1979) mit Ehefrau Astrid und Sohn Kym auf „Kathena Faa“ verdingte Erdmann sich als Charterskipper. Auf „Kathena Nui“ segelte er 1984/85 in 271 Tagen allein von West nach Ost, von Kiel nach Kiel.

Es folgten zahlreiche Törns in verschiedenen Regionen, bevor Erdmann 2000/2001 allein und nonstop von Cuxhaven nach Cuxhaven in 343 Tagen auf „Kathena Nui“ von Ost nach West segelte. Damit ist der heute 73-Jährige der einzige Segler weltweit, der auf demselben Schiff die Welt allein und nonstop in beide Richtungen umsegelt hat. Seitdem segelte Erdmann in Deutschland und Skandinavien und schrieb Bücher über die Reisen. Jetzt plant er noch einmal eine Fahrt mit der „Kathena Nui“.

Wilfried Erdmann: „Ich greife den Wind“. Verlag Delius Klasing 24,90 Euro, erscheint am 16. Januar.