Konzertkritik

Status Quo reißt 7000 Hamburger von den Sitzen

Die britischen Boogie-Rock-Band Status Quo nahm ihre Fans in der O2 World mit auf eine 100 Minuten lange Zeitreise durch vier Jahrzehnte Rockgeschichte. Uriah Heep sorgte mit der „Lady in Black“ fürs Warm-up.

Hamburg. Egal wie viele Frauen und Männer zu einem Konzert von Status Quo kommen, eine ist immer dabei: die süße „Caroline“. Der Song vom legendären „Hello“-Album aus dem Jahr 1973 eröffnete am Dienstagabend traditionsgemäß auch das Hamburger Konzert der britischen Boogie-Rocker. Und schon mit dem zweiten Stück, dem rasanten „Paper Plane“ vom Album „Piledriver“ (1972), hatten die fünf Männer um die Band-Gründungsmitglieder und Gitarristen Rick Parfitt und Francis Rossi auch fast alle 7000 Besucher in der O2 World erreicht. Zum Doppelkonzert der Rockveteranen – Special Guest war Uriah Heep – kamen gut 2000 Besucher mehr als kürzlich in die Berliner Max-Schmeling-Halle.

100 Minuten lang bot Status Quo einen engagiert-routinierten Querschnitt mit 20 ihrer insgesamt fast 100 Hits, inklusive der Lieder „Looking Out 4 Caroline“ und „Go Go Go“ vom aktuellen Album „Bula Quo!“. Hörbar besser beim Publikum kamen das Medley mit „What You’re Proposing“ und weitere Klassiker aus den 70ern an. Hier stellten sich Parfitt und Rossi, dessen Zopf endgültig ab ist, wieder mal zu ihren Gitarrenduetten, zupften, hüpften und sangen. Vor allem der 65-jährige Parfitt zeigte sich noch gut bei Stimme. Mit dem von ihm intonierten „Whatever You Want“ und „Rockin All Over The World“ bretterte Status Quo dem furiosen Finale entgegen, bei dem alle Zuschauer standen und das noch zwei Zugaben bot: die Bluesrock-Hymne „Junior’s Wailing“ und „Bye Bye Johnny“, eine Reverenz an Rock-’n’-Roll-Altmeister Chuck Berry.

Zeitweilig überraschend hart war zuvor die Stunde mit Uriah Heep verlaufen: Die Landsleute von Status Quo und echten Hardrock-Veteranen nahmen sich mehr Auszeiten, griffen mit „Look At Yourself“ und „Easy Livin’“ aber zur Freude manch alter Fans beinhart in die ganz frühen 70er zurück. Mit Gitarrist Mick Box gehört nur noch ein Gründungsmitglied zur Band, und als Sänger Bernie Shaw mit der „Lady in Black“ in die Umbaupause geleitete, schien sich so mancher Mitsänger im Publikum sogar auf den Zahnarztbesuch am Mittwoch zu freuen: „Aaahaahaa...“