Menschlich gesehen

Bundesvisionär

Wenn Johannes Oerding singt, dann ist das für ihn auch eine Form der Entschleunigung, „denn ansonsten lebe ich umgeben von totaler Reizüberflutung“, wie er sagt. Auch am heutigen Donnerstag herrscht um ihn herum Hektik, wenn Bands aus allen Bundesländern bei Stefan Raabs „Bundesvision Song Contest“ gegeneinander antreten. Johannes Oerdings Lied für Hamburg ist „Nichts geht mehr“.

Dabei geht für Oerding immer was, seit der 1981 in Münster geborene Blondschopf vor sieben Jahren nach Hamburg kam, um am „Popkurs“ der Hochschule für Musik und Theater Erfahrungen und Kontakte zu sammeln – oder auch im Treppenhaus in Barmbek-Süd (heute lebt er in der Schanze), wo Michy Reincke sein Nachbar war.

Jetzt, drei Alben und diverse ausverkaufte Konzerte später, gehört Oerding – wie Freundin Ina Müller – zu den populärsten Hamburger Künstlern, auch wenn man ihm das nicht anmerkt. Nach wie vor liebt er es, Konzerte, zum Beispiel von den Toten Hosen, aus der Fan-Perspektive zu sehen. Nicht selten muss er da Autogramme geben. Kürzlich, beim Charitone-Konzert im Stadtpark, reichte ihm ein kleiner Junge schüchtern einen Kugelschreiber. „Der hält nicht lange“, wusste Oerding – und zückte einen Edding. Der Profi.