Menschlich gesehen

Sohn spielt Vater

Schon erstaunlich, dass ausgerechnet ein Mann das deutsche Fernsehen so stark geprägt hat, der es vermutlich nicht besonders gut leiden kann. Zumindest nicht seine lauten Seiten. Konsequenterweise besitzt Götz George auf seinem Haus auf Sardinien keinen Fernseher.

George ist seit mehr als 60 Jahren Schauspieler, einer der größten unserer Zeit. Er hat Fernsehmomente geschaffen, die für die Ewigkeit sind: als Psychopath im „Totmacher“, als Boxerheld Bubi Scholz und natürlich als Ruhrpott-Haudegen Schimanski. Es spricht für sich, dass der Duisburger „Tatort“ bereits nach der ersten Episode 1981 nur noch Schimanski genannt wurde. Am Montag ist er in einem Dokudrama als Heinrich George zu sehen. Der Sohn spielt seinen Vater. Leicht gemacht hat Götz George, der bald 75 wird und lange in Hamburg gelebt hat, es sich nie. Er gilt als schwierig. Hat Thomas Gottschalk auf dem „Wetten dass..?“-Sofa vor Millionen auflaufen lassen, als dieser über Georges neuen Film nur Plattitüden von sich gab.

Zur Ausstrahlung von „George“ wird Götz George mit seiner Lebensgefährtin auf Sardinien sein, wie er der „SZ“ verraten hat. „Ich werde in den Himmel schauen und an meinen Vater denken und an meine geliebte Mutter. Ich krieg den Film und das Ganze drumherum nicht mit.“