Menschlich gesehen

Im Hurricane

„Achtung, alle Hände hoch! Achtung, alle Hände hoch!“, ruft Sebastian „Porky“ Dürre, 35, in der Nacht zu Sonntag beim ausverkauften Hurricane Festival auf dem Eichenring in Scheeßel. Und Zehntausende Handpaare greifen in den einsetzenden Regen.

Porky kennt das Bild, schon mehrfach ist er mit seiner Hamburger Band Deichkind in Scheeßel aufgetreten, und das Ergebnis war stets eine riesige Remmidemmi-Party. Schließlich halten sich viele an die Einschätzung zum Konzerterlebnis, die Porky uns vor dem Auftritt in drei Worten gab: „Großes! Bier! Getrinke!“

Im wahren Leben mag Porky, 1977 in Bergedorf geboren, in Nettelnburg aufgewachsen und mittlerweile mit Frau und Sohn (das nächste Kind ist unterwegs) „irgendwo in Schleswig-Holstein“ zwischen alten Skateboards wohnend, es ruhiger. Denn auf der Bühne heißt es, alle Bremsen zu lösen und doch volle Konzentration zu behalten.

Lange Reimkaskaden und wilde Choreografien reihen sich 90 Minuten lang zum „Bück dich hoch“-Spätsport nach Mitternacht. Wer dabei auf der Bühne Porky ist und wer die Deichkinder Ferris, Philipp oder Phono, kann in der Anonymität der Kostüme nur schwer ausgemacht werden.

Eine seiner Passionen sieht man Porky jedenfalls nicht an: „Tiefkühlpizza aus aller Welt.“