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Warum „Zapp“ kurzfristig einen Beitrag absetzte

Die Redaktion wollte sich in dem Stück mit der Transparenz innerhalb der ARD befassen. Das hatte sie im Januar schon einmal getan. Der Beitrag war damals nicht überall im Sender gut angekommen.

Für einige Unruhe hat die kurzfristige Absetzung eines Beitrags des NDR-Medienmagazins „Zapp“ gesorgt. Die Redaktion wollte sich in dem Stück mit der Transparenz innerhalb der ARD befassen. Das hatte sie im Januar schon einmal getan. Der Beitrag war damals nicht überall im Sender gut angekommen. So monierte NDR-Chefredakteur Andreas Cichowicz etwa, dass „Zapp“ NDR-Justiziar Werner Hahn unvollständig zitiert habe. Das Statement des Juristen sei unter den Tisch gefallen, in dem er erläutert, dass die ARD Moderatorenverträge nicht veröffentlichen könne, weil sich daraus ein Wettbewerbsnachteil für den Senderverbund ergebe. Wohl auch deshalb behielt Cichowicz es sich vor, den aktuellen „Zapp“-Beitrag zum Thema Transparenz in aller Ausführlichkeit abzunehmen. Dabei kam es zu Komplikationen. „Zapp“ hatte eine Anfrage bei zahlreichen Gremienmitgliedern von ARD-Sendern gestartet. Deren Antworten wollte Cichowicz einsehen, was bis Mittwochabend wenige Stunden vor Sendebeginn noch nicht geschehen war. In Senderkreisen heißt es, der Chefredakteur hätte die Antworten sichten können, wenn er an jenem Mittwochabend auf die Teilnahme an der Premiere des neuen Hamburg-„Tatorts“ mit Wotan Wilke Möhring im Passage Kino verzichtet hätte. Dort sei er nicht erreichbar gewesen. Cichowicz bestreitet das. Er habe mit der „Zapp“-Redaktion vom Kino aus in E-Mail-Kontakt gestanden. Zudem hätten ihm bis zuletzt mehr als 20 Seiten zu dem Themenkomplex nicht vorgelegen.

Den nicht ausgestrahlten Beitrag hat der Chefredakteur inzwischen gesehen. An fünf, sechs Stellen hatte er etwas auszusetzen. Das Stück wird Dienstag neu geschnitten und am 1. Mai ins Netz gestellt. Da „Zapp“ an Feiertagen nicht auf Sendung geht, wird es im NDR-Fernsehen erst in der Ausgabe vom 8. Mai zu sehen sein.

Für das von Burda-Vorstand Philipp Welte vergangenen November angekündigte Frauenmagazin „Harper’s Bazaar“, das der„Vogue“ Konkurrenz machen soll, gibt es jetzt grünes Licht. Offenbar wurde der Lizenzvertrag mit dem US-Zeitschriftenhaus Hearst nun unterzeichnet. Eine erste sogenannte Preview-Ausgabe soll im September herauskommen – womöglich aber auch einen Monat früher oder später.

Diese Kolumne erscheint erst wieder am 11. Mai.

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