Rechtsstreit

Dramatiker Hochhuth und dpa schließen Vergleich in Hamburg

Der 81-Jährige hatte die Presse-Agentur wegen angeblich unterlassener Berichterstattung kritisiert. Diese Äußerungen darf er nun nicht wiederholen.

Hamburg. Im Rechtsstreit zwischen dem Dramatiker Rolf Hochhuth (81) und der Deutschen Presse-Agentur (dpa) wurde am Freitag vor dem Hamburger Landgericht ein Vergleich geschlossen: Die einstweilige Verfügung, mit der dpa dem Schriftsteller untersagt hatte, rufschädigende Äußerungen zu wiederholen, wird nun als endgültig anerkannt. Hochhuths Widerspruch ist damit abgewiesen. Zugleich darf er nicht behaupten, von der Agentur auf 250.000 Euro Schadensersatz verklagt worden zu sein.

Hochhuth hatte anlässlich der Einweihung des Denkmals für den Widerstandskämpfer Georg Elser im vergangenen November in Berlin gesagt, dpa habe sich geweigert, eine Meldung über die Denkmalsenthüllung zu verbreiten. Die Agentur erwirkte im Dezember eine einstweilige Verfügung, da mehrfach über das Denkmal berichtet worden sei. Die Äußerungen Hochhuths wurden daher als rufschädigend angesehen. Der Autor ging dagegen in Widerspruch.

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„Ich wollte nie behaupten, dass dpa überhaupt nicht berichtet hätte“, sagte Hochhuth jetzt vor Gericht. „Mir ging es darum, dass am Tag der Denkmalsenthüllung nicht noch einmal Stunde und Ort des Festaktes bekanntgegeben wurden.“ Diese differenzierte Kritik darf Hochhuth weiterhin äußern. dpa-Justiziar Jan Mahler: „Wir hoffen, dass der Rechtsstreit damit jetzt beigelegt ist.“

Laut Beschluss soll Hochhuth drei Viertel der Gerichts- und Anwaltskosten übernehmen, ein Viertel trägt dpa. Der Streitwert sei auf 20.000 Euro festgelegt worden, sagte Hochhuths Anwalt Dr. Uwe Lehmann-Brauns. Der Schriftsteller kritisierte diese Kostenverteilung heftig und kündigte an, über einen Widerspruch nachzudenken.

( (EPD) )