Konzert im Stadtpark

Eine Familienparty mit den drei "Söhnen Hamburgs"

Die "Söhne Hamburgs" Stefan Gwildis, Joja Wendt und Rolf Claussen feierten im Stadtpark mit 4000 Fans dreistündige Ü-45- und Familienparty.

Hamburg. "Mitten vorm Dock Nr. 10" - warum nicht auch mal abends um zehn nach zehn im Grünen? Stefan Gwildis' junger deutscher Soul-Klassiker war noch bis zum Stadtparksee zu hören. Aber was ein echter Barmbeker Jung ist wie Gwildis, der darf die gesetzliche 22-Uhr-Grenze im Stadtpark schon mal leicht überschreiten. Und das Gros der 4000 Besucher konnte ja auch nicht genug bekommen von Gwildis, Joja Wendt und Rolf Claussen. Die drei hatten als "Die Söhne Hamburgs" zum Open Air geladen, es wurde eine dreistündige Ü-45- und Familienparty.

Bereits als die "Männer in den besten Jahren" losswingten, hockte eine Kinderschar auf der Rasenrampe zur Bühne. Mit dem "Jung mit dem Tüdelband" brachte das Trio die Masse flugs zum Mitsingen, Claussen interpretierte den Hamburg-Klassiker zudem als Rap-Nummer neu. "Ich bin unter uns dreien der Kulturbeauftragte, Stefan ist der Mann fürs Gesangliche und Rolf der fürs Grobe", erläuterte Wendt. Da passte es, dass Gwildis und Claussen dem Tastenvirtuosen Wendt beim "Sounds of Wischen" mit Wischmopps auf dem Kopf und am Besenstil singend und steppend auf den Flügel stiegen. Als die drei dann auf dem Bühnensteg mit Wendts altem Klavier, Gwildis' Schellenbaum und Claussens roter Gitarre rockten und rollten, kam aller Straßenmusiker-Vergangenheit noch mal so richtig durch. Nicht zu vergessen die männliche Selbstironie, die dank des Damenlikörchors um Andrea Bongers und Jutta Jahnke optisch und akustisch schön kontrastiert wurde.

Am originellsten blieb Claussen: Als Peter Maffay genoss er das Bad in der Fanmenge und lieferte mit der Version von "Purple Rain" mit "O Scharbeutz, o Scharbeutz" einen treffenden Abgesang auf den Regensommer 2011.

Auch wenn einige Moderationen Längen hatten und altbekannte 70er-Hits etwas beliebig wirkten, hieß es innerhalb der fünf Zugaben gleich zweimal "In Hamburg sagt man tschüs". Spätestens am Montagmorgen um zehn hat fast alle der Alltag wieder.

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