Live Entertainment Award

Cullums Stadtpark-Konzert und Reeperbahnfestival geehrt

Der völlig verregnete Auftritt Jamie Cullums wurde "Konzert des Jahres". Reeperbahn-Festival bekam Preis für die beste Nachwuchsförderung.

Frankfurt/Main. Ein total verregnetes Konzert von Jamie Cullum im Hamburger Stadtpark war der beste Liveact des Jahres 2010. Die Veranstaltung am 18. August wurde am Dienstagabend in Frankfurt mit dem Live Entertainment Award (LEA) ausgezeichnet. „Eine Beinahe-Absage verwandelte sich nach und nach in einen unwiederbringlichen und ganz speziellen magischen Moment“, begründete die Jury ihre Entscheidung. Denn was als Sommerkonzert geplant war, fiel wegen Dauerregens ins Wasser – 4000 Fans und ein tropfnasser Star feierten trotzdem.

Große Ehre auch für das Hamburger Reeperbahn Festival. In Frankfurt erhielten die Veranstalter den PRG Live Entertainment Award 2011 (PRG LEA) in der Kategorie "Nachwuchsförderung des Jahres". Damit wurden die Macher von Deutschlands größtem Club-Festival in ihrem wichtigsten Anliegen bestätigt: Dem Publikum alljährlich ein spannendes, vielseitiges Musikfestival mit bis zu 180 überwiegend brandneuen Acts aus aller Welt zu bieten.

Die LEA-Preise ehren die Menschen hinter den großen Musikevents. Mit der Gala, die nach fünf Jahren in Hamburg erstmals in Frankfurt stattfand, wurde am Abend die Frankfurter Musikmesse eröffnet. In diesem Rahmen erhielt auch die schwedische Mezzosopranistin Anne Sofie von Otter den Frankfurter Musikpreis. Die mit 15.000 Euro dotierte Auszeichnung wird verliehen vom Bundesverband der Deutschen Musikinstrumenten-Hersteller und der Messe Frankfurt. Das Kuratorium des Frankfurter Musikpreises zeichnete Anne Sofie von Otter aus „für ihre außergewöhnliche Stimme, ihr variationsreiches, die Genregrenzen sprengendes Repertoire und ihren Wagemut in der Interpretation“.

Für die beste Hallen-Tournee des Jahres ging der LEA an Helene Fischer (Semmel Concerts). Die Show des Jahres lieferte Bülent Ceylan am 18. September 2010. Das beste Festival des Jahres war „M’era Luna“, ein Nischenfestival der „schwarzen Szene“ in Hildesheim. Tourneeveranstalter des Jahres wurde die „Wizard Promotions Konzertagentur“ von Ossy Hoppe, der mit U2 oder KISS die Stadien füllt und mit Clubtourneen die Stars von morgen auf die Bühne bringt. Insgesamt wurden LEA-Preise in 15 Kategorien vergeben.

Schon vorab war bekannt, dass der Veranstalter Marek Lieberberg zwei Auszeichnungen erhalten sollte: den Preis der Jury für das Sicherheitskonzept des Festivals Rock am Ring sowie den Preis für sein Lebenswerk. „Marek Lieberberg ist seit langer Zeit die Nummer eins unter den deutschen Veranstaltern“, hieß es von der Jury. „Er ist seit 40 Jahren im Business und hat nach Fritz Rau, Horst Lippmann und Marcel Avram wie kein anderer die deutsche Konzertveranstalterlandschaft geprägt.“ Der Konzertveranstalter hat die Annahme der zwei Auszeichnungen der Veranstaltungsbranche jedoch verweigert.

Dem überraschten Galapublikum in der Festhalle Frankfurt wurde mitgeteilt, dass Lieberberg sowohl den Preis für sein Lebenswerk wie auch für das vorbildliche Sicherheitskonzept bei der Großveranstaltung Rock am Ring nicht annehmen werde. Die Konzertagentur habe die Veranstalter darüber ohne Angabe von Gründen informiert, sagte der Präsident des Bundesverbandes der Veranstaltungswirtschaft, Jens Michow. (dpa)