Ulrich-Wildgruber-Preis an André Szymanski verliehen

Hamburg. "Wie wunderschön das Leben ist", jubelte Gustav Peter Wöhler beim 8. Neujahrsempfang des St.-Pauli-Theaters. Doch manchmal ist das Theater noch schöner. Es bietet gesteigertes Leben, wie es bei der traditionellen, vom Freundeskreis der Kiez-Bühne ausgerichteten Matinee zu erleben war. Ulrich-Wildgruber-Preisträger André Szymanski, der witzelnd seine Auszeichnung verweigerte, bot ein Kabinettstück für die Überraschungen im Leben - und in der Kunst. Man sah förmlich den Namenspatron vor sich, wie er in sardonischem Vergnügen sogar noch aus Himmelshöhen seine berühmten Augenblitze schleudert.

Er habe die papageienhafte Natur des Schauspielers, das Nachplappern der Dichterworte verabscheut, so Intendant Ulrich Waller, und stets das Spielen mit dem Leben gleichgesetzt - wie es auch André Szymanski in seiner sich radikal fordernden Kunst versuche. Überraschungen im Spielplan versprach Intendant Waller für die nächste Spielzeit. Mitte Februar hat seine Inszenierung von Florian Zellers "Die Wahrheit" mit Leslie Malton, Johanna Christine Gehlen, Herbert Knaup und Thomas Heinze Premiere. Als Koproduktion mit den Ruhrfestspielen Recklinghausen bringt Dania Homann die Uraufführung von Ulrich Zaums "Monsterballade" nach Mary Shelleys "Frankenstein" heraus. Waller kündigte Neil Simons "Sonny Boys" (mit Gerhard Garbers und Christian Redl) an, sowie Arthur Millers "Tod des Handlungsreisenden" mit Burghart Klaußner als Willy Loman. Gustav Peter Wöhler singt ab April im Musical "Anatevka" den Politikern das Wunschlied des mit einem Subventionsminimum operierenden Theaterleiters Waller ins Ohr: "Wenn ich einmal reich wär ...".

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