Hamburg

Trauer am Ohnsorg-Theater: Jens Scheiblich ist tot

abendblatt.de

Foto: picture-alliance / dpa / picture-alliance

Der Hamburger Schauspieler starb am ersten Weihnachtstag mit 68 Jahren nach schwerer Krankheit. Die Bühne war seine Leidenschaft.

Hamburg. Der Hamburger Ohnsorg-Schauspieler Jens Scheiblich ist tot. Er sei am ersten Weihnachtstag im Alter von 68 Jahren nach schwerer Krankheit in Hamburg gestorben, teilte eine Sprecherin des Ohnsorg-Theaters am Montag mit. Scheiblich habe zu den Schauspielern gehört, die das Ohnsorg-Theater in den vergangenen vier Jahrzehnten mitgeprägt hätten. Er sei ein begnadeter Komiker gewesen, der stets voller Lust gesteckt habe, sein Publikum aber auch seine Kollegen zum Lachen zu bringen.

Die große Leidenschaft seines Lebens sei das Theaterspielen gewesen, eine Leidenschaft, die ihn bis zuletzt nicht losgelassen habe, hieß es weiter. Das Ohnsorg-Theater trauere um einen wunderbaren Schauspieler, einen lieben Freund und unvergessenen Kollegen.

Scheiblich wurde am 2. November 1942 in Hamburg geboren. Nach dem Abitur ging er auf die Schauspielschule und bekam schon während seines Studiums ein Engagement am Thalia Theater. Nach Abschluss seiner Schauspielausbildung ging er 1968 nach München, wo er zwei Jahre Mitglied des Kabaretts "Die Zwiebel" war. Zurück in Hamburg spielte er an verschiedenen Theatern der Hansestadt, darunter 1971 das erste Mal am Ohnsorg-Theater. An der niederdeutschen Bühne war er von 1974 bis 1983 festes Ensemblemitglied und stand etwa mit Heidi Kabel, Heidi Mahler und Jürgen Pooch auf der Bühne.

Später übernahm Scheiblich verstärkt Fernsehrollen und spielte 15 Jahre lang den Dorfpolizisten Heitmann in der ZDF-Serie „Der Landarzt“. Seit 1996 war das Ohnsorg-Theater wieder feste künstlerische Heimat für Scheiblich ("Meister Anecker“, "Tratsch im Treppenhaus“, "Lustfohrt in't Paradies“). Außerdem spielte er den Familienvater Richard in der NDR-Familienserie „Die Ohnsorgs“. (dapd)