Das Zweite setzt "ZDF.reporter" ab

Als Ausgleich sollen im Zuge einer Programmreform Informationssendungen wie das "auslandsjournal" attraktivere Sendeplätze bekommen

Hamburg. Nach der ARD plant nun auch das ZDF eine Programmreform. Das bestätigt ein Sendersprecher auf Anfrage, ohne aber Details zu nennen. Laut "Spiegel Online" ist im Kern die ersatzlose Streichung des aktuellen Donnerstagsmagazins "ZDF.reporter" geplant. Im Gegenzug sollen dafür andere Informationsformate bessere Sendeplätze bekommen.

Intern heißt es, "ZDF.reporter" sei "Frontal21" zu ähnlich. Auf dem Sendeplatz des Magazins sollen nach Abendblatt-Informationen künftig 90-minütige TV-Filme laufen. Da die Sendezeit von "ZDF.reporter" nur 45 Minuten beträgt und das anschließend um 21.45 Uhr laufende "heute-journal" gesetzt ist, entfallen wohl Serien wie "Die Bergwacht", die unmittelbar vor dem Magazin kommen.

Das "auslandsjournal" am Mittwoch beginnt künftig statt um 23 Uhr bereits um 22.15 Uhr. Die Mittwochs-Doku, die bisher gegen 0.30 Uhr kommt, läuft künftig um 22.45 Uhr. Ihr macht "abenteuer wissen" Platz. Das Wissensmagazin will das Zweite am Sonntag um 18.30 Uhr zeigen. Dort läuft bisher das Frauenmagazin "mona lisa", das nun am Sonnabend um 17.45 Uhr ausgestrahlt werden soll.

Das ZDF versteht die Reform trotz der Streichung von "ZDF.reporter" als Stärkung des Informationsangebots, ein Sprecher beziffert den Informationsanteil des Zweiten auf knapp 50 Prozent. ARD-Programmdirektor Volker Herres hatte kürzlich gesagt, in seinem Senderverbund liefen "etwa 40 Prozent" Informationen. Die Reform, die im April 2011 in Kraft tritt, will ZDF-Intendant Markus Schächter kommende Woche verkünden. Zuvor werden die Gremien des Senders informiert.

Die gestern verkündete ARD-Programmreform, welche die ersatzlose Streichung des Doku-Sendeplatzes am Montag um 21 Uhr zur Folge hat, ist bei der Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm auf scharfe Kritik gestoßen. Sie spricht von einem "systematischen Ausstieg aus der filmischen Darstellung der Wirklichkeit". Dabei gehörten Dokumentationen zum "Kernbereich des öffentlich-rechtlichen Programmauftrags".

Für den "Satire Gipfel", dessen Sendeplatz donnerstags um 22.45 Uhr im Zuge der ARD-Programmreform an die Talkshow von Reinhold Beckmann gehen soll, zeichnet sich eine Lösung ab. Nach Informationen des Abendblatts gibt es Überlegungen, die Sendung abwechselnd mit neuen Comedy- und Sitcom-Formaten montags um 23.30 Uhr zu zeigen. Darüber wird die kommende Woche in Hamburg tagende Fernsehprogrammdirektoren-Konferenz der ARD beraten.