Molotow

Ein Ständchen, bei dem es kein Halten mehr gibt

Foto: Ingo Röhrbein

"Backfire At The Disco": Das Molotow am Spielbudenplatz feierte seinen 20. Klubgeburtstag restlos ausverkauft mit den Wombats aus Liverpool.

Hamburg. 20 Jahre Molotow - hier haben schon einige große Bands gespielt: The White Stripes, The Killers, Bright Eyes - und alle zu einem Zeitpunkt, als sie noch nicht den Bekanntheitsgrad erreicht hatten, den sie heute haben. Doch kaum eine Band steht so prototypisch für den Kellerklub am Spielbudenplatz, der immer die nächsten Indie-Stars findet, wie The Wombats: Sie hatte hier ihren ersten Deutschland-Gig und will auch beim 20. Geburtstag nicht fehlen. Dementsprechend war das Konzert der Liverpooler am Freitag restlos ausverkauft.

"Es war das lebensbejahendste Konzert, das wir je gespielt haben", erzählt Sänger Murph später, während er Saure-Apfel-Shots im Backstage-Raum kippt, und er übertreibt mit Sicherheit etwas. Dennoch: Schon der erste Song "Kill The Director" wird so frenetisch mitgeklatscht, dass die Hände schmerzen, bei "Backfire At The Disco" gibt es kein Halten mehr. Die eigens für diesen Gig errichtete Absperrung vor der Bühne war eine weise Entscheidung, denn normalerweise stürmen die Fans bei den Wombats die Bühne.

Dieses Mal beschränkten sich die knapp 350 Gäste auf das Übliche: glücklich schwitzend ineinanderzuspringen. Und nicht nur die: Auch Murph, Dan und Tord haben sichtlich Spaß bei diesem kurzen, aber intensiven Konzert: Sie dirigieren das Publikum, singen lauthals ein Geburtstagsständchen und liefern eine gute Figur ab bei diesen nicht kleinzukriegenden Songs ihres famosen Hitalbums "A Guide To Love, Loss & Desperation".

Am Schluss des Konzerts der Klassiker: "Let's Dance To Joy Division". Während Drummer Dan stampfend den Takt hält, lassen sich die beiden anderen vom Publikum tragen, das auch heute noch die eingängig, von allen im Raum geschrienen, letzten Worte des Songs im Ohr hat: "We are so happy, we are so happy, so happy!"