Kultur in Hamburg

„Ich habe den Eindruck, Sie brennen nicht für die Kultur"

Foto: mischke / Joachim Mischke

Kultursenator Reinhard Stuth (CDU) musste sich im „Kulturklub HH" harsche Kritik anhören, auch von der ehemaligen Kultursenatorin Schuchardt.

Hamburg. Hamburgs neuer Kultursenator Reinhard Stuth (CDU) wurde bei einer Podiumsdiskussion über die Kultur-Sparpläne des Senats mit ungewöhnlich scharfer Kritik durch eine seiner Vorgängerinnen konfrontiert: „Ich habe den Eindruck, Sie brennen nicht für die Kultur“, empörte sich Helga Schuchardt, die von 1983 bis 1987 als parteilose Kultursenatorin in der Hansestadt amtierte. Außerdem warf sie Stuth, der zu Gast beim Hamburger „Kulturklub HH“ war, vor, seine Politik sei „so was von dilettantisch, das kann man gar nicht anders bezeichnen“.

Befragt von Catarina Felixmüller (NDR) und Hans-Juergen Fink (Hamburger Abendblatt) versuchte Stuth die geplanten drastischen Einschnitte beim Schauspielhaus und den Bücherhallen sowie die für 2011 geplante Schließung des Altonaer Museums zu verteidigen. Auf die Drohung des Schauspielhauses , wegen der geforderten Halbierung des künstlerischen Etats womöglich ausgerechnet das Junge Schauspielhaus schließen zu müssen, entgegnete Stuth, er sei von diesem Argument nicht überzeugt, „das kommt mir wie eine vereinfachte Zuspitzung vor“. Als seine kulturpolitische Aufgabe nannte Stuth, „vorrangig bestehende Institutionen im Rahmen des Möglichen zu stärken“.

Vor wenigen Tagen erst hatte Stuth in einem Abendblatt-Interview zum Thema einer Generalintendanz für Schauspielhaus und Thalia gesagt: „Vorläufig kann und will ich nichts ausschließen, was möglich wäre.“ Jetzt hingegen sagte er dazu: „Sie werden keine einzige Äußerung von mir finden, wo ich gesagt habe, ich habe Sympathie dafür oder strebe sie an. Das ist interpretiert worden. Ich habe niemals gesagt, das ist eine Option, die ich jetzt verfolge.“ Mittlerweile sind diese Überlegungen aus der Kulturbehörde für beendet erklärt worden.

Zur Kritik an der drohenden Schließung des Altonaer Museum - das gerade für seinen vom Eintritt befreiten, erfolgreichen „Kinderolymp“ mit einem Kinder- und Jugendkultur-Preis ausgezeichnet worden war - meinte Stuth, das Haus habe 2009 keine 10.000 voll zahlenden Besucher gehabt, also keine 30 pro Kalendertag. Stuth verteidigte außerdem die geplante Kulturtaxe und erklärte zu den Ergebnissen der Sparklausur des Senats: „Ich übernehme die Verantwortung für das, was passiert ist, auch wenn ich mir andere Ergebnisse gewünscht hätte."