Bundesvision Song Contest

Stadtderby, auswärts: Vier Bands mit Hamburger Bezug

Foto: Roland Magunia

Beim Bundesvision Song Contest in Berlin treten am Freitag auch in diesem Jahr wieder viele Bands aus Hamburg gegeneinander an.

Berlin. Wenn der Bundesvision Song Contest am morgigen Freitag in der Berliner Max-Schmeling-Halle in seine sechste Runde geht, liegt Hamburg in der ewigen Tabelle der Pop-Bundesländer auf Platz 6 - sieglos. Jan Delays zweiter Platz 2007 war bislang das beste Ergebnis bei dem von Stefan Raab 2005 initiierten Songwettbewerb.

Dabei nahmen jedes Jahr stets zwei bis vier Bands und Künstler teil, die auch für Hamburg ins Rennen hätten gehen können. Deichkind, Fettes Brot, Jansen & Kowalski, Revolverheld, Kim Frank, Ruben Cossani und viele weitere traten aber für Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Bremen oder Mecklenburg-Vorpommern an. Sei es, dass die Musiker dort geboren oder die Bands gegründet wurden oder weil die jeweilige Plattenfirma einen guten Draht zu Stefan Raab und Brainpool hatte.

Der "BuViSoCo" ist eine nicht zu vernachlässigende Werbeplattform

Denn mit einem Marktanteil von zuletzt 17,5 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen ist der "BuViSoCo" eine nicht zu vernachlässigende Werbeplattform für neue Gruppen oder aktuelle Tonträger etablierter Bands.

Dieses Jahr treten mit Selig (Hamburg) , Dirk Darmstädter & Bernd Begemann (Niedersachsen), Oceana & Leon (Hessen) und Stanfour (Schleswig-Holstein) auch wieder vier Bands mit Hamburger Bezug an. Das Motto dürfte aber angesichts der starken Konkurrenz "Dabei sein ist alles" lauten. Top-Favoriten sind Gothrocker und Charts-Dominator Unheilig für Nordrhein-Westfalen und Ich + Ich feat. Mohamed Mounir, die für den ewigen Tabellen-Ersten Berlin antreten. Auch mit der ostdeutschen Pop-Ikone Silly (Sachsen-Anhalt), die gerade ihren zweiten Frühling erlebt, muss gerechnet werden.

So ist für Dirk Darmstädter, Musiker und Kopf des Hamburger Labels Tapete Records, schon die Teilnahme ein Erfolg: "Die Platten, die wir mit Tapete rausbringen, kennen zu 99 Prozent nicht mal meine Freunde, und es gibt wenige Möglichkeiten, die Menschen abseits unserer Nische zu erreichen."

Sein mit Bernd Begemann präsentiertes Bundesvision-Lied "So geht das jede Nacht" gehört zu den 13 obskuren Songs, die das Duo für sein gleichnamiges Album eingespielt hat und das zufälligerweise am 1. Oktober erscheint: Neuaufnahmen vergessener deutscher Rock-'n'-Roll-Songs aus den 50ern. Ihr Beitrag nahm übrigens schon 1956 am Eurovision Song Contest teil - gesungen von Freddy Quinn. Die Platzierung wurde nie veröffentlicht.

Selig vertritt Hamburg mit dem Lied "Von Ewigkeit zu Ewigkeit"

Bekannt ist aber Jan Plewkas bisherige Bilanz beim "BuViSoCo": Platz 11 mit TempEau 2006 für Schleswig Holstein. Morgen könnte mehr drin sein, wenn sich Plewka mit den 2008 reformierten 90er-Helden Selig in den Ring begibt - mit dem Song "Von Ewigkeit zu Ewigkeit", der wie bei Darmstädter und Begemann genauso heißt wie das neue Album (Kritik siehe links), das natürlich auch am 1. Oktober erscheint.

Und dann sind da ja noch die an Hamburgs Haustür in Wedel geborene Soul-Pop-Sängerin Oceana mit "Love Supply". Und die Föhrer Rocker und Hamburg-Pendler Stanfour mit "Sail On". Wer wohl die stadtinterne Wertung gewinnen wird?

Bundesvision Song Contest Fr 1.10., 20.15, ProSieben; www.tvtotal.prosieben.de