Menschlich gesehen

Eine nach Neun

Zu hübsch, zu jung, zu piepsig die Stimme, zu wenig inspiriert: Judith Rakers musste im Laufe ihrer steilen Karriere schon viel Kritisches über sich lesen. Immer dann, wenn die Journalistin für einen neuen Job im Gespräch war. Das war nicht anders, als sie Anfang Juli vertretungsweise in der Radio-Bremen-Talkshow "3 nach 9" auftrat. Doch irgendetwas muss die 34-Jährige besser gemacht haben als andere: Aus dem Gastspiel ist eine tragende Rolle geworden. Judith Rakers wird die neue feste Kollegin von Giovanni di Lorenzo.

Mit Kritik kann sie ganz gut umgehen: "Man wird nie allen Menschen gefallen", sagt sie gelassen. "Bei den Zuschauern bin ich gut angekommen, außerdem dürfte ich sonst ja nie etwas Neues wagen." Judith Rakers ergreift Chancen, wenn sie sich ihr bieten. Sie arbeitete beim Radio, wechselte zum NDR-"Hamburg Journal", spricht seit 2005 die "Tagesschau", seit knapp zwei Jahren moderiert sie die 20-Uhr-Ausgabe live aus Hamburg. Nun also wird sie - zusätzlich - Gastgeberin der ältesten deutschen Talkrunde.

Dabei ist Judith Rakers selbst häufig Gast auf roten Teppichen, immer schick in Schale, sehr zur Freude der Fotografen. Die Öffentlichkeit versteht sie als Bestandteil ihres Jobs. Also gab es auch Bilder von ihrer Traumhochzeit auf Mallorca mit dem Finanzexperten Andreas Pfaff. Seine kritischen Anmerkungen sind ihr übrigens wichtiger als jede Schlagzeile.