Medienmacher

Der Digitalkanal Eins Extra heißt bald tagesschau24

Wohin die ARD mit ihren Digitalkanälen möchte ist nicht unbedingt klar zu erkennen. Das ZDF dagegen hat sich schon besser positioniert.

Welche Strategie die ARD mit ihren Digitalkanälen verfolgt, erschließt sich auch Medienexperten nicht immer. Während das Zweite seine Kanäle ZDFneo, ZDFkultur und ZDFinfo eindeutig positioniert hat, ist bei Eins Extra, Eins Plus und Eins Festival schon vom Namen her unklar, worum es bei ihnen eigentlich geht. Dies soll sich zumindest beim Nachrichtenkanal Eins Extra ändern. Er wird, wie der federführende NDR auf Anfrage bestätigt, in tagesschau24 umbenannt. Wie es in Senderkreisen heißt, könnte dies bereits im Frühsommer geschehen.

Bei den beiden anderen ARD-Digitalkanälen ist dagegen nach wie vor eine eindeutige Positionierung nicht auszumachen. Bereits vorletzte Woche wurde bekannt, dass beim vom SWR verantworteten Eins Plus vom 30. April an von 20.15 Uhr bis 0.30 Uhr ein Programm gezeigt werden soll, dass sich an 14- bis 29-Jährige richtet. Eigentlich versteht sich der Kanal als "hochwertiges Service-Angebot" und "Familienprogramm" für "alle Generationen". Aber weil SWR-Intendant Peter Boudgoust mit seiner Forderung nach einem Jugendsender in der ARD auf wenig Gegenliebe stieß, modelt er Eins Plus nun nach eigenem Gusto um. Dort wird es dann beispielsweise das Jugend-Politmagazin "Klub Konkret" geben, in dem der Hamburger TV-Journalist Daniel Bröckerhoff eine tragende Rolle spielt. Dumm nur, dass sich bereits das vom WDR verantwortete Eins Festival bereits als "junges Programm" versteht und - zumindest auf seiner Website - seine Zuschauer konsequent duzt.

Aller bisherigen Dementis zum Trotz steht dem glücklosen Vorabend-Talk "Gottschalk live!" eine gravierende Konzeptänderung bevor. Dieses Wochenende wird die Redaktion vier Pilotsendungen zu vier verschiedenen Konzepten produzieren. In einem von ihnen ist vorgesehen, Thomas Gottschalk einen weiblichen Stichwortgeber, einen sogenannten Sidekick, zur Seite zu stellen. Eine Sprecherin von "Gottschalk live!" räumt ein, dass "verschiedene Konzepte durchdiskutiert" würden. Im Gespräch ist auch ein neuer Sendeplatz: Künftig könnte "Gottschalk live!" statt wie bisher um 19.20 Uhr bereits um 17.50 Uhr kommen, also direkt nach "Brisant". Bisher brechen die ARD -Quoten nach Ende des Boulevardmagazins regelmäßig ein. Womöglich, so die Überlegung, könnte dieser Quoten-Abbruch durch den Vorabend-Talk verhindert werden. Zwar sagt ein ARD-Sprecher, er wisse nichts von einem neuen Senderplatz. Das muss kein Widerspruch sein, da darüber erst im Zusammenhang mit einem neuen Konzept entschieden werden soll. Ob die Sendung, in welcher Form auch immer, aber überhaupt eine Chance hat, nach der Sommerpause fortgesetzt zu werden, ist fraglich. Von den ARD-Intendanten sollen nur noch Monika Piel ( WDR ) und Lutz Marmor ( NDR ) uneingeschränkt zu "Gottschalk live!" stehen. Andere wollten Gottschalk gern etwas anderes anbieten, ohne zu wissen was.