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Für die "Frankfurter Rundschau" bleibt die Lage weiterhin ernst

Foto: HA / A.Laible

Erlöse der Zeitung sanken erneut. Gesellschaftsmagazin "Interview" erscheint am 27. Januar. Andreas Buske wird Vorsitzender des Oberlandesgerichts.

Hamburg. Der "Frankfurter Rundschau" geht es nach wie vor schlecht. Zwar lag der operative Verlust der Zeitung 2010 mit 18,5 Millionen Euro um 6,2 Millionen Euro unter dem des Vorjahrs. Allerdings gingen die Erlöse um 9,7 Millionen auf 93,2 Millionen Euro zurück. Das Blatt wies Ende 2010 einen nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag von 32,5 Millionen Euro auf. Laut Jahresabschluss haben die Gesellschafter, das Kölner Zeitungshaus M. DuMont Schauberg und die SPD -Medienholding dd_vg, Rangrücktrittserklärungen für Forderungen aus Gesellschafterdarlehen in Höhe von 62,4 Millionen Euro abgegeben, um die "insolvenzrechtlichen Folgen der bilanziellen Überschuldung" abzuwenden. Die Erklärungen sind bis zum 31. Dezember 2012 befristet. Der auf den 31. Mai des vergangenen Jahres datierte Abschluss rechnet für 2011 mit einem Verlust von 15,8 Millionen Euro, der 2012 noch bei 1,5 Millionen Euro liegen soll.

Es gibt weitere Neuigkeiten von der deutschsprachigen Erstausgabe des Gesellschaftsmagazins "Interview", die am 27. Januar erscheint: Ihren Titel wird die amerikanische Sängerin Lana del Rey zieren, die bereits auf dem Cover der aktuellen russischen Ausgabe zu sehen ist. Beide Blätter werden von dem russischen Milliardär Vladislav Doronin finanziert und von dem ehemaligen Deutschland-Chef von Condé Nast, Bernd Runge, herausgegeben. Weitere Themen der deutschen Premierenausgabe sind ein Doppelinterview mit der Schauspielerin Chloé Sevigny und Sonic Youth -Bassistin Kim Gordon, ein Gespräch mit Theaterregisseur René Pollesch sowie ein Portfolio des Fotografen James Nachtwey über Bangkok.

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Befördert wurde zu Jahresbeginn ein Hamburger Richter, der bundesweit für seine, nun ja, nicht unbedingt übertrieben pressefreundlichen Urteile bekannt ist: Andreas Buske, bisher Vorsitzender der Pressekammer am Landgericht, ist nun Vorsitzender des Oberlandesgerichts. Wegen des Tenors seiner Urteile wurde seine Kammer in der Vergangenheit nicht nur von Hamburgern, sondern von Personen aus dem gesamten Bundesgebiet angerufen, die sich durch Presseveröffentlichungen in ihren Persönlichkeitsrechten verletzt fühlten. Die Website Buskeismus.de des Hamburger Physikers Rolf Schälike begleitet seit Jahren kritisch Buskes Wirken. Neue Vorsitzende der Pressekammer ist Simone Käfer.

Bisher glaubte die Branche, die von Gruner Jahr geplante Frauenzeitschrift "Season" solle Premiumtiteln wie "Elle" oder "Vogue" Konkurrenz machen. Offenbar ist das ein Irrtum. Bei Media-Agenturen und Anzeigenkunden, die bereits erste Kostproben des Blattes zu Gesicht bekamen, heißt es, "Season", das am 29. Februar an den Kiosk kommt, ähnle eher dem Condé Nast -Blatt "Myself". Das macht mit Geschichten wie "Fitter, schlanker, stärker" auf und ist eher ein serviceorientierter Frauentitel. Entwickelt wird "Season" übrigens von der Storyboard GmbH von Markus Schönmann, der einst Manager bei Condé Nast war.