Menschlich gesehen

Eine für alle

Einst versprach ein Medienmanager, sie berühmter zu machen als Sharon Stone. Leider hat es dann für Veronica Ferres, 44, in Hollywood nicht geklappt. Na und? Hierzulande ist sie längst schon so bekannt wie Angela Merkel, nur weitaus beliebter. Während letztere nur die eine Hauptrolle im Berliner Tragödienstadel erfüllt, dreht Erstere rastlos ein erfolgreiches "TV-Eventmovie" nach dem anderen.

Zurzeit steht sie in Seevetal und auf Malta für Sat.1 als Mutter von Marco Weiss vor der Kamera, der während eines Urlaubs eine 13 Jahre alte Engländerin missbraucht haben soll und von einem türkischen Gericht dafür verurteilt wurde. Schon in "Die Frau vom Checkpoint Charlie" (2008) hat Veronica Ferres, seit 2009 mit dem Finanzunternehmer Carsten Maschmeyer liiert, als heldenhafte Mutter geglänzt. Als "Superweib" (1995) sowieso.

Mit einem Unterschied: Inzwischen geizt sie mit komödiantischem Talent und wuchert dafür umso mehr mit Dramatik. Ihre Stärke ist jedoch stets die Perfektion des Normalen: Wenn sie laut Drehbuch zunächst ohnmächtig dabei zusehen muss, wie ihr und ihren Liebsten entsetzliches Unrecht widerfährt, bevor sie sich endlich mutig, aber mit Bodenhaftung in den Kampf gegen das Böse stürzt. So wurde Veronica Ferres zur couragierten Verhaltensikone für viele Frauen, ohne dabei die Männer zu verschrecken. Denn die dürfen von einer Frau träumen, die vielleicht gar nicht so weit von der eigenen entfernt ist, irgendwie.