Kommentar

Entscheidend sind die Spielpläne

Krise und Kultur stehen sich nicht im Weg. Schon von den Eltern und Großeltern konnte man lernen, dass sie in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg besonders oft ins Theater und in Konzerte gegangen sind. Als Eintrittskarte ins Theater wurde dann gelegentlich ein Brikett zum Heizen mitgebracht. Wer wenig zu essen hat, will nicht auch noch auf Kultur verzichten. Ähnliches gilt für die Wirtschaftskrise, die uns in den vergangenen zwei Jahren manche Blütenträume ausgetrieben hat. Keinesfalls aber hat sie dazu geführt, den Menschen ihre Lust und Neugier auf Konzerte, Ausstellungen, Bücher und Inszenierungen zu nehmen. Wer wach ist, Gesprächsstoff, Anregungen und Ideen sucht, wer nicht vor dem Fernseher versacken will, der besucht Kulturveranstaltungen. Oft kostet es ja viel weniger als ein Kneipenbesuch. Wenn Theater unter mangelndem Zuschauerzuspruch leiden, dann liegt's nicht an uninteressierten Besuchern oder zu teuren Eintrittskarten, sondern an uninteressanten Spielplänen.